Bester Broker für den Anleihehandel


In Zeiten von anhaltenden Niedrig- oder sogar Minuszinsen rückt ein fast vergessenes oder von manchen als „langweilig“ bezeichnetes Wertpapier wieder in den Vordergrund: Anleihen. Allerdings sind auch die Renditen von sicheren Anleihen schon seit längerer Zeit ins Negative gefallen, wie z.B. bei Anleihen der Bundesrepublik Deutschland. Manche schauen in Richtung Unternehmensanleihen, allerdings ist die Rendite hier – bei deutlich höherem Risiko – nur unwesentlich besser.

Der Euro-Raum hat leider ein strukturelles Problem, was sicherlich noch anhalten wird. Gibt es eine Lösung? Es kann sich für risikoreichere Anleger ein Blick in Richtung Fremdwährungsanleihen lohnen. Doch welcher Broker bietet eigentlich die besten Konditionen für den Anleihehandel? Gibt es sonst noch Fallstricke, die Anleger beachten müssen? Wir haben den Anleihemarkt für Sie analysiert.

 
Anleihen handelbar / Fremd-währungs-anleihen
Handels-plätze
Order-kosten
weitere Kosten
Gesamt-preis
Aktion
 
Smartbroker
ja / ja
Börse: 9 OTC: 3
0,00€ / 1,00€ / 4,00€
Börse: zzgl. Börsen-gebühren
OTC: keine
ab 0,00€
keine» Neukunden
Degiro
ja / nein
Börse: 2 OTC: 0
5,00€ + 0,05%
Keine
mind. 5,05€
keine» Neukunden
ING

ja / ja
Börse: 9 OTC: Keine
4,90€ + 0,25%
Börse: Handelsplatz- gebühr zzgl. Börsen-gebühren
mind. 6,70€
Neukunden:
2,90€ Flat für 6 Monate ab Eröffnung
» Neukunden
onvista bank

ja / nein
Börse: 9 OTC: 2
5,00€
Börse: Handelsplatz- gebühr zzgl. Börsen-gebühren
OTC:
Handelsplatz- gebühr
mind. 7,00€
keine» Neukunden
Flatex

ja / ja
Börse: 12 OTC: 3
5,90€
Börse: Handelsplatz- gebühr + Fremdspesen, zzgl. Börsen-gebühren
OTC:
Fremdspesen
mind. 7,90€
Neukunden:
3,80€ Flat für 6 Monate ab Eröffnung
» Neukunden
Maxblue

ja / ja
Börse: 8 OTC: 3
0,25%
(min. 8,90€)
Börse:Börsen-gebühren
OTC:
Handelsplatz- gebühr
mind. 8,90€
keine» Neukunden
Comdirect

ja / ja
Börse: 12 OTC: 3
4,95€ + 0,25%
(Min. 9,90€)
Börse: Handelsplatz- gebühr zzgl. Börsen-gebühren
OTC:
Keine
mind. 9,90€
Neukunden
3,90€ Flat für 12 Monate ab Eröffnung
» Neukunden
1822 direkt

ja / ja
Börse: 10 OTC: 2
4,95€ + 0,25%
(Min. 9,90€)
Börse: Handelsplatz- gebühr zzgl. Börsen-gebühren
OTC:
Keine
mind. 9,90€
Neukunden:
10 Freetrades im ersten Monat, danach 50% Rabatt für die nächsten zwei Monate ab Eröffnung
» Neukunden
DKB

ja / ja
Börse: 9 OTC: 1
ab 10,00€
Börse:Börsen-gebühren
OTC:
Keine
mind. 10,00€
keine» Neukunden
Sparkassen Broker

ja / ja
Börse: 9 OTC: 3
4,99€ + 0,25%
(Min. 8,99€)
Börse: Handelsplatz- gebühr zzgl. Börsen-gebühren
OTC:
Handelsplatz- gebühr
mind. 10,47€
Neukunden:
300€ Ordergebühren-Guthaben
» Neukunden
Consorsbank

ja / ja
Börse: 10 OTC: 2
4,95€ + 0,25%
(Min. 9,95€)
Börse: Handelsplatz- gebühr zzgl. Börsen-gebühren
OTC:
Handelsplatz- gebühr
mind. 10,70€
Neukunden:
3,95€ Flat für 6 Monate ab Eröffnung
» Neukunden
Lynx Broker

kein Angebot
Trade Republic
kein Angebot
justTRADE
kein Angebot

Vergleich Anleihehandel: Worauf es ankommt

Wir haben bei den relevanten Brokern geprüft, ob diese Anleihen oder sogar Fremdwährungsanleihen im Angebot haben und dann für Sie die anfallenden Orderkosten verglichen.

Anleihen können an allen zwölf deutschen Börsen und darüber hinaus auch außerbörslich gehandelt werden.

Börslich:

  • Xetra
  • Börse Hamburg
  • Börse Hannover
  • Börse Berlin
  • Börse Düsseldorf
  • Börse München
  • Börse Stuttgart
  • Börse Frankfurt
  • Tradegate
  • Quotrix
  • LS Exchange
  • gettex

Außerbörslich:

  • Steubing AG
  • Lang & Schwarz
  • Baader Bank
  • ICF Kursmakler AG
  • mwb fairtrade AG

Allerdings bietet nicht jeder Broker den Anleihehandel in diesem Umfang an. In unserer Tabelle haben wir abgebildet, wieviele Handelsplätze ein Broker für den Anleihehandel anbietet. Einige Broker bieten zusätzlich auch den Anleihehandel an Auslandsbörsen an. Aufgrund der u.g. regulatorischen Hindernisse und den in den meisten Fällen deutlich höheren Orderkosten haben wir den Anleihehandel an Auslandsbörsen nicht näher untersucht.

Gebühren:

Bei den meisten Brokern fallen im Anleihehandel dieselben Gebühren an, wie im Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren. Es wird bei der Ermittlung der Ordergebühren nicht danach unterschieden, ob es sich um Anleihen oder andere Wertpapiere handelt.

Ordergebühren:
Da im Anleihehandel in der Regel größere Summen bewegt werden, macht es hier durchaus Sinn, einen Broker auszuwählen, bei dem es ein Festpreis-Modell gibt. Ansonsten kommt man bei größeren Anlagebeträgen schnell in Regionen, in denen man mit den Maximal-Gebühren des Brokers konfrontiert wird. Hier greift dann das jeweilige Gebühren-Cap (Consorsbank z.B. 69,00 €).

Bei den Festpreis-Brokern liegt der Smartbroker mit 4,00€ ganz klar vorne. Wer Anleihen beim Smartbroker über gettext oder L&S handelt, zahlt sogar nur 0,00€ bzw. 1,00€

Börsengebühren:
Neben den vom Broker erhobenen Ordergebühren fallen beim börslichen Anleihehandel bei den meisten Börsen auch noch Börsengebühren an. Wer diese umgehen möchte, der sollte entweder einen außerbörslichen Handelspartner oder eine Market Maker Börse, wie Tradegate, Quotrix, LS Exchange oder gettex wählen.

Bei Brokern, die ein volumenbasiertes Ordergebühren-Modell haben, liegt Degiro vorne. Hier sind die anfallenden Börsengebühren zudem bereits in den Ordergebühren inkludiert.

Stückzinsen:
Darüber hinaus sollten Anleger beachten, dass beim Kauf von Anleihen Stückzinsen bezahlt werden müssen bzw. beim Verkauf diese entsprechend ausbezahlt werden. Da die Emittenten der Anleihen i.d.R. nur einmal pro Jahr die im Kupon vereinbarten Zinsen bezahlen, erfolgt über die Stückzinsen der zeitanteilige Ausgleich zwischen Käufer und Verkäufer, da stets der Inhaber zum Zeitpunkt der Zinszahlungen die gesamten Zinsen erhält. Durch den im Rahmen der Transaktion vorgenommen Ausgleich erfolgt somit der zeitanteilige Zinsausgleich zwischen zwei Zinsterminen.

Zu beachten ist, dass die Stückzinsen bei den meisten Online-Brokern nicht auf der Vorhandelskostentransparenz ausgewiesen werden, da diese zum Zeitpunkt der Ordererteilung nur schwer exakt zu ermitteln sind. Als grobe Indikation können die Stückzinsen aber über die Formel ermittelt werden:

Stückzinsen= Nominalbetrag * Zinssatz (Kupon) / 365 * Zinstage

Dabei sind die Zinstage die Tage, die seit der letzten Zinszahlung vergangen sind. Darüber hinaus müsste bei einigen Anleihen nur mit 360 Tagen gerechnet werden, aber die fünf Tage sind für eine grobe Abschätzung zu vernachlässigen.

Je mehr Handelsplätze, umso besser
Da der Anleihe-Handel ein eher illiquider Markt ist, sollten Anleger bei den angebotenen Handelsplätzen sehr genau das gehandelte Volumen der gewünschten Anleihe überprüfen. Je höher das Volumen, desto besser die Preise und desto höher die Wahrscheinlichkeit, vor Laufzeitende die Anleihe ggf. auch wieder verkaufen zu können.

TIPP: Regelmäßige Anleiheinvestoren finden bei Smartbroker und Degiro derzeit die besten Bedingungen. Letztere bietet aber keine Fremdwährungsanleihen.

Was gibt es beim Handel von Anleihen zu beachten ?

Eine Anleihe, auch festverzinsliches Wertpapier oder Rente genannt, ist in seiner Standardform ein Wertpapier, das dem Gläubiger das Recht auf Rückzahlung sowie auf Zahlung von vereinbarter Zinsen einräumt. Zur Wertpapiergattung der Anleihen zählen Staatsanleihen (inklusive Kommunalanleihen), Unternehmensanleihen und Pfandbriefe.

Eine Anleihe ist somit ein schuldrechtlicher Anspruch auf zweierlei:

  • Zinszahlung: Zahlung eines zeitabhängigen Zinses; der Käufer eines verzinslichen Wertpapiers erhält als Gegenleistung für die Überlassung des Kapitals während der Laufzeit den in der Urkunde verbrieften Zins
  • Tilgung: Rückzahlung des überlassenen Kapitalbetrags am Laufzeitende

Im Gegensatz zur Aktie erwirbt der Käufer einer Unternehmensanleihe somit keinen Anteil am Eigenkapital des Unternehmens, sondern gewährt einen Kredit, also Fremdkapital. Anleihen gibt es neben Euro auch in nahezu allen anderen Währungen.

Wer sich nun als Privatkunde auf die Suche nach attraktiven Anleihen macht, stellt relativ schnell ernüchtern fest, dass die meisten Anleihen entweder mit einem Nominalbetrag (Stückelung) von 100.000 EUR oder mehr gehandelt werden und somit für den normalen Privatanleger unerreichbar sind und auf der anderen Seiten aufgrund der letzten europäischen Finanzmarktregulierung (Mifid 2) von Banken und Brokern nicht mehr Endkunden angeboten werden dürfen.

Warum ist das so?

Seit Einführung von Mifid 2 zum 1. Januar 2018 schreibt die europäische Finanzmarktregulierung vor, dass sogenannte PRIIBs-Produkte (packaged retail investment and insurance based products) nur dann an Retailkunden vertrieben werden dürfen, wenn ein Basisinformationsblatt (KIID-Dokument) vorliegt, das den Anleger einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften und Risiken eines Wertpapiers bieten soll. Das Problem hierbei ist nur, dass insbesondere ausländische Emittenten von Anleihen diese rein europäischen Vorgaben ignorieren. Warum sollten sie auch europäische Vorgaben beachten?

Langsam macht sich die Erkenntnis breit, dass eine attraktive Anlageklasse möglicherweise kaputt reguliert wurde. Die große Frage ist nämlich, wann genau ein Wertpapier ein „verpacktes“ Investmentprodukt ist, so dass es unter die PRIIBs-Regulierung fällt? Da hier eindeutige Vorgaben fehlen und die Aufsichtsbehörden nicht Tausende von Anleihen prüfen können, liegt die Entscheidung bei den Emittenten und Banken. Im Zweifel entscheiden diese sich lieber für die PRIIB-Variante, um rechtlich nicht angreifbar zu sein, wenn sie ihre Anleihe für Endkunden als unbedenklich einstufen. Hinzu kommt auch, dass ausländische Emittenten nicht auf Privatanleger aus der EU angewiesen sind.

Aufgrund dieser Unsicherheit ist es leider für Privatanleger sehr mühsam, geeignete und handelbare Anleihen zu finden, denn eine Liste von handelbaren Anleihen gibt es nicht. Einen tollen Service bietet hier der Online-Broker Consorsbank, der auf seiner Webseite eine PRIIBs-Prüfung in Form einer Abfragemöglichkeit anbietet, auf der jeder Endkunde, ohne rechtliche Gewähr, prüfen kann, ob eine Anleihe unter die PRIIB-Verordnung fällt und ob ein Basisinformationsblatt für den Handel vorliegt.

Immerhin: Staatsanleihen fallen generell nicht unter die PRIIBs-Verordnung und können von privaten Anlegern immer gehandelt werden. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

Brokerexperte.de
Wir haben viele der hier genannten Broker mit Echtgeld-Depots im Detail getestet. Wir haben uns Preisverzeichnisse und die einzelnen Handelsmöglichkeiten für Aktien, ETFs, Sparpläne, Derivate und Futures genau angeschaut.

Hier geht es zu unseren Erfahrungsberichten:

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