Unter der Abkürzung ETC versteht man börsengehandelte Wertpapiere (Exchange-traded Commodities), die Anlegern eine Investition in Rohstoffe (englisch Commodities) erlauben. Rechtlich gesehen sind sie eine Sonderform von Zertifikaten: unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten.

Da Schuldverschreibungen grundsätzlich ein Emittenten-Risiko besitzen, werden ETC physisch mit den im Index enthaltenen Rohstoffen/Edelmetallen durch eine Treuhandgesellschaft besichert. Das verringert das Emittentenrisiko, da die Anleger im Insolvenzfall einen Anspruch auf die Herausgabe der hinterlegten Sicherheiten haben. Durch diese Absicherung sind ETC damit ähnlich sicher wie börsengehandelte Fonds (ETF). Allerdings gilt für ETC nicht das UCITS-Regelwerk. Durch dessen hohe Transparenzanforderungen werden z.B. ETF-Anleger zusätzlich geschützt.

Warum kein ETF auf Rohstoffe? Nach deutschem Gesetz müssen ETF-Sondervermögen immer mehrere Basiswerte beinhalten. Ein ETC bildet aber in der Regel nur einen Basiswert ab (z.B. Gold), daher kommt die Konstruktion als Sondervermögen rechtlich nicht in Frage.

Für Anleger haben ETC den Vorteil, dass sie eine unbefristete Laufzeit haben, sehr kostengünstig sind und die Anlage in Rohstoffe im Vergleich zu anderen Produkten sehr erleichtern. Wenn bei ETC ein Anspruch auf Auslieferung des hinterlegten Rohstoffes besteht (z.B. bei Gold), dann können u. Umständen die Gewinne steuerfrei sein, wenn der ETC länger als 1 Jahr vor der Veräußerung gehalten wurde (weitere Infos hier).

Derzeit werden ca. 170 ETC börslich und außerbörslich gehandelt. In Deutschland ist Xetra die Referenzbörse für die meisten ETC. Beliebt sind ETC nicht nur zur Einmalanlage, sondern auch als Sparplan. In diesem Fall werden Bruchstücke von ETC in das Kunden-Depot eingebucht.

Artverwandte Produkte sind ETN (besicherte Schuldverschreibungen, die hauptsächlich bei Kryptowährungen Anwendung finden).