Vergleich 0€-Broker


Die neue Generation an “0€-Brokern” liegen voll im Trend. Die FinTechs bieten kostenloses oder sehr stark vergünstigtes Trading an. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So bieten die Broker bisher nur wenige Handelsplätze an. Zudem ist bei einem Anbietern die Haftung wesentlich niedriger als bei den großen etablierten Brokern.

Wir haben uns die vier neuen Anbieter genau angeschaut. Wo liegen Ihre Stärken und wo ihre Schwächen?

 justTRADETrade RepublicScalable CapitalGratisbroker
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
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Depot und Handel
Mindestordervolumen500 € bei Käufen,
Verkäufe ab 1 Stück
1 Stück500 € bei Käufen und Verkäufen5500 € bei Käufen und Verkäufen1
Mindesteinzahlung bei EröffnungNeinNeinJa, 1€Nein
Depotartnur Einzeldepotnur Einzeldepotnur Einzeldepotnur Einzeldepot
Eigenes VerrechnungskontoJaNein, Treuhand-
sammelkonto3
JaJa
MinderjährigendepotNeinNeinNeinNein
Dauer Depoteröffnungca. 10 Minutenmind. 1 Tag2 bis 3 Tageca. 4 Tage
Handelbare Wertpapiere
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AktienJa, ca. 7.300Ja, ca. 7.300Ja, ca. 4.000Ja, mehr als 4.000
ETFsJa, ca. 1.100 von
Amundi, DWS,
iShares, Vanguard,
Lyxor, Comstage,
vanEck, UBS
Ja, ca. 330 von iSharesJa, ca. 1.300Ja, über 300 von
Amundi, DWS
SparplänekeineJa, ca. 300 ETF-Sparpläne
von iShares und 1.000 Aktien6
Ja, ca. 1.300 von allen Anbieternkeine
InvestmentfondskeinekeineJa, ca. 2.100Ja, über 2.100
Anleihenkeinekeinekeinekeine
ETCs (z.B. Xetra Gold)Ja, ca. 100keinekeinekeine
ZertifikateJa, ca. 500.000Ja, ca. 40.000keineJa, ca. 180.000
Futures & Optionenkeinekeinekeinekeine
CFDskeinekeinekeinekeine
Forexkeinekeinekeinekeine
Handelsplätze
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
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börslichLS Echange
Quotrix
LS Exchangegettexgettex
außerbörslichUBS, Citi, Société Génerale, VontobelHSBCkeinekeine
OrdertypenQuote, Market, Stop, Limit, Stop-Limit, Trailing-Stop, One-cancels-OtherMarket, Stop, LimitMarket, Stop, Stop-Limit, LimitMarket, Stop-Limit, Limit
Handelszeiten7:30 bis 23:00 Uhr7:30 bis 23:00 Uhr8:00 bis 22:00 Uhr8:00 bis 22:00 Uhr
Gebühren
justTRADETrade RepublicScalable CapitalGratisbroker
Orderausführung0,00€1,00€
(Sparpläne: 0,00 €)
0,99€ pro Order oder ab 2,99€ / Monat0,00€
Eintragung Namensaktion0,00€, da standardmäßig keine Eintragung erfolgt.2,00€ pro Order0,00€0,00€
Zinsen Verrechnungskonto-0,50% p.a.0,00% p.a.0,00% p.a.0,00% p.a.
Sicherheit
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Eigene BanklizenzNeinJaNeinNein
KontoführungSutor BanksolarisBankBaader BankBaader Bank
Einlagensicherungbis zu 1,3 Mio. €bis zu 100.000€3mind. 750.000€mind. 750.000€
Sicherheit HandelsfrontendsPIN, SMS-TAN, TouchID / FaceIDPIN, PUK, TouchID / FaceIDPIN, TouchID / FaceIDPIN, SMS-TAN zur Freigabe von Orders und Sessions.
Überweisung (ausgehend)Ja, nur ReferenzkontoJa, nur ReferenzkontoJa, nur ReferenzkontoJa, nur Referenzkonto
Sicherheits-ÜberweisungslimitJa, 10.000€ / Tag (individuell änderbar)NeinNeinNein
Steuern und Sonstiges
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Abzug Abgeltungssteuer
beim Verkauf bzw. bei Dividendenerträgen
JaJein4JaJa
Ermäßigter Satz US-QuellensteuerJa, 15%Ja, 15%Ja, 15%Ja, 15%
QuellensteuerserviceNeinNeinNeinNein
JahressteuerbescheinigungJaJaJaJa
Depotüberträge (eingehend) möglichNeinJa, aber nur handelbare ProdukteNeinNein
Depotüberträge (ausgehend) möglichJa (auch Einzelpositionen)Ja (auch Einzelpositionen)JaNein2
LinkNeukundenNeukundenNeukundenNeukunden
1Verkäufe kleiner 500€ sind nur beim Verkauf der Gesamtposition möglich.
2Ausgehende Depotüberträge sind nur mit gleichzeitiger Depotschließung möglich.
3Aufgrund der Treuhandsammelkonto-Konstruktion mit der SolarisBank kann man als Kunde die Ansprüche im Falle einer Insolvenz nicht selber geltend machen, sondern dies muss Trade Republic vornehmen. Zudem trägt der Kunde das Insolvenzrisiko der solarisBank. So heißt es in den AGBs: „Auf Grund des Treuhandauftrags ist Trade Republic lediglich gehalten dasjenige Kundenguthaben herauszugeben, das Trade Republic selbst auf Grund des Kontovertrages mit der kontoführenden Bank herausverlangen kann. Der Kunde trägt damit im Ergebnis das Insolvenzrisiko der das Treuhandsammelkonto führenden Solaris, soweit Trade Republic in der Insolvenz der Solaris den Anspruch auf Auszahlung des Kundenguthabens weder gegenüber der Einlagensicherung der Solaris noch gegenüber dem Insolvenzverwalter der Solaris im Rahmen des Insolvenzverfahrens realisieren kann.“
4 Trade Republic fragt nur einmal im Jahr (Q3) die Kirchensteuermerkmale im Rahmen der so genannten Regelabfrage ab. Wer also Anfang des Jahres sein Depot eröffnet und dann aktiv handelt, muss alle Trades für die Kirchensteuer in der Steuereklärung bis Q3 selber deklarieren.
5 Scalable Capital: Positionen mit einem Kurswert unter 500€ können nur als Gesamtposition verkauft werden.
6 Aktiensparpläne sind ab 10€ kostenfrei möglich

Geschäftsmodell der 0€-Broker

Die vier neuen Broker haben das Zeug dazu, den Brokermarkt zu verändern. Umsonst traden ist in den entwickelten Aktienmärkten ein Trend geworden. Wie so oft liegen die Pioniere dieses Geschäftsmodells in den USA. Dort konnte Robinhood schon mehrere Millionen Kunden gewinnen.

Natürlich muss sich das Geschäft für die Broker rechnen. In der Regel erhalten die Broker von Handelsplätzen, Market Makern und Produktanbietern Provisionszahlungen. Gleichzeitig werden die Kosten so weit wie möglich reduziert. Das kann aber nur durch weniger Komplexität bei den Leistungen gelingen.

Wo wir auch bei den möglichen Nachteilen wären: Sämtliche der neuen Broker bieten nur sehr wenige Handelsplätze an. Aber Gelegenheitstrader und insbesondere ETF-Anleger wird dies wenig stören.

Interessant ist auch die Dauer der Depoteröffnung. In der Regel dauert diese ein bis zwei Tage, da oftmals nachts via Batchjob die Eröffnungen technisch durchgeführt werden. Hier punktet justTRADE, bei denen eine vollständige Eröffnung ca. 10 – 15 Minuten dauert.

Verfügbare Handelsplätze

Hier hat justTRADE die Nase vorn. justTRADE bietet seinen Kunden mit Quotrix und LS Exchange zwei börsliche Handelsplätze, an denen Aktien (ca. 7.300), ETFs (ca. 1.100) und ETCs (u.a. Xetra und Euwax Gold I und II) gehandelt werden können. Darüber hinaus gibt es vier außerbörsliche Handelspartner (Citi, Société Générale, UBS und Vontobel) für den Handel mit verbrieften Derivaten (Zertifkate, Optionsscheine und Hebelprodukte). Mit Übernahme des Zertifikategeschäfts der Commerzbank durch die Société Générale sind auch noch die Produkte der Commerzbank hinzugekommen, so dass eigentlich fünf außerbörsliche Handelspartner zur Verfügung stehen.

Trade Republic bietet einen börslichen Handelsplatz (LS Exchange) für den Handel mit ca. 7.300 Aktien und ca. 330 ETFs. Außerdem einen weiteren Partner im außerbörslichen Handel (HSBC) mit deren Optionsscheinen und Hebelprodukten. Die Anlagezertifikate (Bonus-, Discount-Zertifikate etc.) von HSBC sind dagegen nicht handelbar.

Scalable Capital bietet seinen Kunden mit gettex ebenfalls nur einen Börsenplatz an. Gettex ist die elektronische Handelsplattform der Börse München. Hier können Aktien (ca. 4.000), Fonds (ca. 2.100) und ETFs (ca. 1.300) gehandelt werden. ETCs oder Zertifikate werden nicht angeboten, ebenfalls kein außerbörslichen Handel. Insofern eignet sich Scalable Capital primär für Kunden, die schon die Vermögensverwaltung von Scalable Capital nutzen oder für Sparplan-Kunden, den hier hat Scalable durchaus Vorteile.

GRATISBROKER bietet ebenfalls den börslichen Handel über gettex an. Ähnlich wie bei Scalable Capital können über den GRATISBROKER mehr als 4.000 Aktien, über 2.100 Investmentfonds sowie über 300 ETFs gehandelt werden. Zusätzlich können über GRATISBROKER ca. 180.000 Zertifikate von HSBC und HVB gehandelt werden. Der Zertifikate-Handel erfolgt ebenfalls über gettex. Einen außerbörslichen Handelspartner bietet der GRATISBROKER nicht an. Auch ETCs, wie z.B. Xetra oder Euwax Gold sucht man beim GRATISBROKER vergeblich.

Welche Nachteile haben die Handelsplätze ?

Kein Anbieter ermöglicht den Handel über den in Deutschland am beliebtesten elektronischen Handelsplatz Xetra. Stattdessen wird der Handel über moderne Market Maker-Börsenplätze angeboten.

  • LS Exchange ist eine elektronische Börse, die von der Börse Hamburg reguliert und überwacht wird. Der Market Maker ist die LS Tradecenter GmbH & Co. KG
  • Quotrix ist das elektronische Handelssystem der Börse Düsseldorf, die ebenfalls von der Börse Hamburg überwacht wird. Der Market Maker ist die ICF Bank AG.
  • gettex ist die elektronische Plattform der Börse München. Der Market Maker ist die Baader Bank.

Von der Anzahl der handelbaren Wertpapiere ist das allerdings kein Nachteil. Im Gegensatz zu Xetra, an der lediglich bis zu 900 Aktien gehandelt werden können, bieten die genannten Börsen eine wesentlich größere Zahl an handelbaren Aktien aus dem In- und Ausland.

Es gilt das Referenzmarktprinzip
Auch der geringere Order-Flow, also das Order-Volumen an diesen Börsen muss zur Haupt-Handelszeit kein Nachteil sein. Denn für die meisten Börsen in Deutschland gilt das Referenzmarktprinzip. Danach darf keine Kurstellung schlechter als an der Referenzbörse sein. Referenzbörse ist für viele deutsche Aktien Xetra.

Das Problem dabei ist: An Xetra wird nur von 9:00 bis 17:30 Uhr gehandelt. Für andere deutsche Aktien, die nicht auf Xetra gehandelt werden, wird üblicherweise die Börse Frankfurt als Referenzmarkt herangezogen. Für ausländische Aktien ist die Leitbörse des Heimatlandes ausschlaggebend für die Kurstellung. So öffnen die US-Börsen um 15:30 Uhr und schließen um 22:00 Uhr.

In der Hauptzeit gibt es keinen Unterschied in der Kursstellung. Nachbörslich sollten die Kurse mit anderen Börsen verglichen werden, da die Börsen hier den Spread in Teilen ausweiten.

Die faire Kursstellung wurde von Finanztest über Monate bei den Brokern getestet. Als unbe­gründet erwies sich die Befürchtung, dass die Gebührenfreiheit durch eine größere Handels­spanne beim Kauf und Verkauf einhergeht. Bei bekannten Aktien oder ETF wurde keine nennens­werten Aufschläge gegen­über dem Xetra-Handel der deutschen Börse festgestellt.

Mehrere Handelsplätze sind besser, als nur einer
Trotzdem ist es für Anleger aber durchaus von Vorteil, wenn ein Broker mehrere Handelsplätze bzw. Kooperationspartner anbietet. Fällt bspw. eine Börse aus – zum Beispiel wegen einer technischen Störung – kann dann noch über andere Börses gehandelt werden. Auch gibt es bei den vermeintlich gleichen ETFs von Anbieter zu Anbieter durchaus deutliche Unterschiede, so dass eine Auswahl verschiedener Anbieter auch hier von Vorteil sein kann.

Hier liegt justTRADE mit zwei Börsen, vier OTC-Emittenten und sieben ETF-Anbietern vorne. Auch bietet justTRADE als einziger Anbieter den Handel von ETCs an, wie z.B. Xetra Gold oder Euwax Gold I und II.

Mindestordervolumen

Das Mindestordervolumen beschreibt, welchen Orderwert eine Order mindestens haben muss, damit sie ausgeführt werden kann.

Auch das Mindestordervolumen wird von den vier Brokern unterschiedlich gehandhabt. So verzichtet lediglich Trade Republic auf ein Mindestordervolumen, d.h. Orders sind ab 1 Stück möglich. Wahrscheinlich ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass hier jeder Trade pauschal einen Euro kostet, um die Kosten für Kleinstorders abzudecken.

Bei justTRADE, Scalable Capital und GRATISBROKER wird dagegen ein Mindestordervolumen von 500€ für Wertpapierkäufe gefordert. Beim Verkauf einer Position gilt kein Mindestordervolumen (justTRADE) bzw. bei Scalable Capital oder dem GRATISBROKER muss die Position komplett verkauft werden, wenn der Gegenwert geringer als 500€ ist.

Ein großes Manko beim GRATISBROKER ist die um einen Tag verlängerte Laufzeit bei Überweisungen vom Referenzkonto auf das Verrechnungskonto bis das Geld tatsächlich zur Verfügung steht. Ursache dafür ist, dass die Kontostände und Geldeingänge nur über Nacht von der Baader Bank an den GRATISBROKER im Rahmen von Batch-Prozessen übermittelt werden. Aber an diesem Thema, so hört man, wird gearbeitet.

Vorteil für Trade Republic. Hier gibt es kein Mindestordervolumen, d.h. ab 1 Stück kann gehandelt werden.

Ordertypen

Mit den verschiedenen Ordertypen können bestehende Positionen abgesichert oder im Rahmen von Käufen Schwellen definiert werden, bei denen ein Kauf erst ausgelöst werden soll. Am bekanntesten sind die Market-, Stop- und Limit-Oder.

Immer häufiger kommen auch die sog. “Intelligenten” Ordertypen zum Einsatz. So werden von fast allen Börsen auch Trailing Stop und One-Cancels-the-Other-Orders angeboten. Einzig die LS Exchange bietet derzeit nur die Quote-, Market- und Limit-Order gemäß Regelwerk an.

Im Vergleich der vier Broker bietet justTRADE derzeit die größte Auswahl an Ordertypen an. Verfügbar sind Quote-, Market-, Stop-, Stop-Limit-, Limit-, Trailing-Stop- und Once-cancels-the-Other-Order.

Scalable Capital und Gratisbroker bieten immerhin neben der Market-, Limit-Order auch noch die Stop-Limit-Order an, wobei Scalable Capital auch noch die klassische Stop-Order im Angebot hat. Trade Republic hat die Ordertypen Market-, Stop- und Limit-Order im Angebot. Manko bei Scalable Capital: Die Ordergültigkeit bei den Limitorders ist fest auf 1 Jahr vorgegeben, eine kürze Laufzeit, wie z.B. tagesgültig, kann aktuell nicht erteilt werden.

Insbesondere die folgenden drei Ordertypen gehören mit zu den beliebtesten in Deutschland:

Quote-Order: Bei der Quote-Order erhalten Sie für die von Ihnen angefragte Stückzahl einen Briefkurs (Kauf) bzw. Geldkurs (Verkauf) gestellt, zu dem der Handelspartner bereit ist, die Order auszuführen. Der Handelspartner hält an diesem Kurs in der Regel für ca. 5 Sekunden fest und in dieser Zeit können Sie den Kurs akzeptieren. Im Gegensatz zu der Market-Order haben Sie bei der Quote-Order die volle Kontrolle über den Kurs, zu dem Ihre Order ausgeführt wird, denn Sie entscheiden, ob Sie den gestellten Kurs akzeptieren oder nicht. Wir halten daher diese Orderform für Kunden für weit besser als die Market-Order.

Trailing Stop: Eine Trailing Stop-Order ist eine Stop-Order, bei der der Stop-Kurs sich mit der Kursentwicklung mitbewegt. Sie legen zum einen mit Ihrem Stop-Kurs die untere Verkaufsschwelle fest. Über die Angabe der Trailing-Schwelle, die Sie absolut oder prozentual angeben können, bestimmen Sie, wie sich der Stop-Kurs bei einem Anstieg des aktuellen Kurses verändert. Bei steigenden Kursen bleibt Ihr Stop-Kurs daher nicht fix, sondern bewegt sich parallel mit der Entwicklung des aktuellen Kurses nach oben. Mithilfe dieses Ordertyps profitieren Sie daher von steigenden Kursen bei gleichzeitiger Absicherung nach unten. Wird der Stop-Kurs erreicht oder unterschritten, wird Ihre Order als Market-Order platziert.

One-cancels-the-Other: Die One-Cancels-Other-Order kombiniert die Stop- und Limit-Order und dient sowohl zur Absicherung einer vorhandenen Depotposition (bei sinkenden Kursen bei Erreichen des Stop-Kurses) als auch zur Gewinnmitnahme (bei steigenden Kursen bei Erreichen des Limit-Kurses). Sinkt also der Kurs Ihrer Depotposition und der Stop-Kurs wird erreicht, wird Ihre Order als Market-Order platziert, die dazugehörige Limit-Order wird automatisch gestrichen. Steigt hingegen der Kurs und der Limit-Kurs wird erreicht, erfolgt die Orderausführung zum Limit-Kurs oder besser und die Stop-Order wird gestrichen.

Bei den Ordertypen bietet eindeutig justTRADE die größte Auswahl. So ist dies der einzige Anbieter, der neben der Market-, Stop-, Stop-Limit und Limit-Order auch die drei oben genannten sehr beliebten Ordertypen Quote-, Trailing Stop- und One-cancels-the-Other anbietet.

Sparpläne

Viele Anleger nutzen für den Vermögensaufbau ETF- oder Aktien-Sparpläne. Derzeit bieten nur zwei der vier vorgestellten Broker die Möglichkeit, Sparpläne auszuführen.

ETF-Sparpläne:
Scalable Capital bietet von allen Anbietern die größte Auswahl an ETF-Sparplänen an. Es stehen rund 1.300 ETF-Sparpläne von allen in Deutschland tätigen Anbietern zur Verfügung. Die Sparplanraten starten allerdings erst ab 50€. Ausgeführt werden die ETF-Sparpläne über die elektronische Börse gettex.

Auch Trade Republic bietet ETF-Sparpläne an. Es stehen rund 280 ETF-Sparpläne von iShares zur Verfügung. Sparplanraten können von 25€ bis 5.000€ in 25€-Schritten gewählt werden. Ausgeführt werden die ETF-Sparpläne über die elektronische Börse LS Exchange.

Aktien-Sparpläne:
Aktien-Sparpläne bietet von den vier Brokern bisher nur Trade Republic an. Und das zu sehr guten Konditionen. So gibt es eine Auswahl von 1.000 Aktien. Gleichzeitig starten die Sparraten bereits ab 10€. Damit ist Trade Republic unsere Top-Empfehlung für Aktien-Sparpläne.

Fonds-Sparpläne bietet hingegen keiner der vier Anbieter an.

Konditionen:
Sparpläne werden bei beiden Anbietern für 0€ ausgeführt, allerdings ist das Preismodell bei Scalable Broker in dem Fall kompliziert. Bei Scalable ist im Free Preis-Modell nur ein Sparplan pro Monat kostenfrei, jeder weitere kostet 0,99€ pro Ausführung. Alternativ können mit Kosten von 4,99€ monatlich (oder 35,88€ jährlich) in den anderen beiden Preismodellen unbegrenzt Sparpläne mit kostenloser Ausführung angelegt werden (Infos zu den Preismodellen). Bei Trade Republic ist die Ausführung immer kostenfrei, dafür ist die Auswahl sehr viel kleiner.

Sieger bei ETF-Sparplänen ist Scalable Capital. Bei den Aktien-Sparplänen ganz klar Trade Republic

Handelsfrontend

Welche Handelsplattformen bieten die drei Anbieter?

justTRADE bietet ein Desktop-basiertes Webtrading und native Apps für iOS und Android an. Kunden können sich mit den gleichen Zugangsdaten in alle Frontends einloggen oder diese auch parallel öffnen.

Scalable Capital bietet ebenfalls ein Desktop-basiertes Webtrading und native Apps für iOS und Android an.

GRATISBROKER bietet nur ein desktop-basiertes Webtrading an und keine Apps. Die Webseite ist zwar responsive, d.h. die Größe passt sich der jeweiligen Bildschirmgröße an, ist aber im Vergleich zu einer App auf einem Smartphone deutlich unkomfortabler in der Bedienung. Wer also in seinem Smartphone-Browser die Adresse vom GRATISBROKER eintippt, kann so auch auf sein Depot zugreifen. Allerdings fehlen bei diesem Zugriff sämtliche Komfortfunktionen wie TouchID / FaceID oder z.B. Push-Nachrichten. Dies ist ein klarer Nachteil.

Trade Republic geht hier einen anderen Weg. Als einziger der vier Anbieter, wird kein Desktop-Webtrading angeboten, sondern sich voll auf die iOS und Android-App fokussiert. Diese ist allerdings sehr ausgereift und nutzerfreundlich umgesetzt.

Hier liegt justTRADE mit Webtrading und Trading-Apps klar vorne. Ob Zertifikate-Trader sich bei Trade Republic voll auf eine App verlassen möchten?

Sicherheit

Wie schaut es mit der Einlagensicherung der vier Broker aus?

Trade Republic besitzt als einziger der vier eine eigene Wertpapierhandelslizenz der Bafin. Die Anforderungen der BaFin sind vergleichsweise hoch. Insofern wird Trade Republic hier entsprechende Standards in den eigenen Prozessen etabliert haben. Das Verrechnungskonto wird bei der solarisBank als Treuhand-Sammelkonto geführt. Die Einlagensicherung von Trade Republic beträgt maximal 100.000 €. Nachteil hierbei ist allerdings, dass aufgrund der Sammelkonto-Konstruktion Trade Republic Kontoinhaber bei der solarisBank ist, so dass im Falle einer Insolvenz der Endkunde keine Ansprüche auf Entschädigung anmelden kann. Dies kann nur durch Trade Republic erfolgen, so dass wir empfehlen, nur kleine Beträge auf dem virtuellen Verrechnungskonto zu parken. Zudem haften die Kunden gemäß den Trade Republic AGBs für die Insolvenz der SolarisBank.

Hinter justTRADE steht die Sutor Bank aus Hamburg. Diese ist über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus auch noch Mitglied im freiwilligen Sicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. Darüber sind die Einlagen jedes Kunden zusätzlich mit bis zu 1,3 Mio. Euro abgesichert.

Scalable Capital bietet über die Baader Bank, die ebenfalls freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Bankn ist, ebenfalls über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus eine Absicherung von mehr als 750.000 € an.

GRATISBROKER agiert als gebundener Vermittler für die Baader Bank, mit einem Haftungsdach der DonauCapital AG. Über die Baader Bank sind Anleger mit mehr als 750.000 € abgesichert (analog Scalable Capital). Die Konstruktion über das Haftungsdach ist für einen Online-Broker eher ungewöhnlich.

Kritisch anzumerken ist ebenfalls, dass die Baader Bank bei Scalable Capital und GRATISBROKER sowohl depotführende Stelle ist, als auch als Kommissionär die vom Kunden erteilten Orders zur Börse gettex schickt, bei der sie als einziger Market Maker für die Ausführung der Orders zuständig ist. Zudem hat der Market Maker bei gettex – im Gegensatz zur LS Exchange und Quotrix – Einblick in das Orderbuch und sieht somit alle von den Kunden erteilten Limitorders. Ein Umstand, den es sonst bei keinem anderen Broker in Deutschland in der Form gibt, da die Baader Bank als Kommissionär Kundeninteressen verfolgen muss, aber als Market Maker auch Geld verdienen will. Es wird sich zeigen, wie sich dieser mögliche Interessenkonflikt auswirkt.

Hier gibt es keinen eindeutigen Vorteil. Zwar besitzt Trade Republic eine eigene Banklizenz, allerdings sind die Konto- und Depotfunktionen komplett an andere Banken (solarisBank und HSBC) ausgelagert. Zudem ist die Sammelkonto-Konstruktion insbesondere bzgl. der Einlagensicherung ungewöhnlich. justTRADE, Scalable Capital und GRATISBROKER arbeiten mit etablierten Banken zusammen, die ebenfalls von den deutschen Aufsichtsbehörden überwacht werden. Im Bereich der Einlagensicherung hat aber eindeutig justTRADE die Nase vorne, vor Scalable Capital und Gratisbroker.

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer wird von allen vier Brokern berücksichtigt und automatisch abgeführt.

Problemfall Kirchensteuer
Trade Republic fragt allerdings nur einmal im Jahr (Q3) die Kirchensteuermerkmale im Rahmen der so genannten Regelabfrage ab. Wer also Anfang des Jahres sein Depot eröffnet und dann aktiv handelt, muss alle Trades für die Kirchensteuer in der Steuererklärung bis Q3 selber deklarieren. Dies kann sehr ärgerlich sein, weil es zu mehr Aufwand bei der Steuererklärung führt. Es geht aber auch anders, justTRADE fragt diese unmittelbar mit Depoteröffnung ab.

Depotübertrag

Macht es Sinn, sein bisheriges Depot zu den 0€-Brokern zu übertragen? Welche Hürden gibt es?

Ein Depotübertrag kann attraktiv sein, wenn die Ordergebühren für einen Verkauf einer bestehenden Wertpapier-Positionen sehr viel niedriger sind, als bei dem bisherigen Broker. Depotüberträge kommen auch für die Anleger in Frage, die bereits einen Bestand an ETFs haben und diese bei dem neuen Anbieter weiter besparen möchten.

Wie handhaben die vier Broker den Depotübertrag?

Bisher bietet nur Trade Republic eingehende Depotüberträge an. Beim Übertrag der eigenen Wertpapiere muss allerdings darauf geachtet werden, dass diese über die angebotenen Handelsplätze (LS Exchange und HSBC) handelbar sind. Scalable Capital weist Depotüberträge zwar auf seiner Webseite als möglich aus, allerdings berichten uns Nutzer unserer Seite, dass diese Funktion im Zusammenspiel mit der Baader Bank bisher noch nicht umgesetzt und damit nicht möglich ist.

Bruchstücke können nicht übertragen werden. Diese müssen vorher bei der abgebenden Depotbank veräußert werden, bevor der Depotübertrag in Gang gesetzt wird.

Spezialfall Trade Republic:
Die Depotbank HSBC von Trade Republic verwahrt leider viele ausländische Wertpapiere nicht, insbesondere US-amerikanische oder kanadische so genannte low-priced Securites, obwohl diese an deutschen Börsen handelbar sind. Ein Depotübertrag sollte daher vorher mit Trade Republic abgeklärt werden.

Dauer des Übertrages

Die Dauer des Wertpapierübertrages wird unter Anlegern regelmäßig diskutiert. Und das aus gutem Grund, denn während eines offenen Übertrages hat der Anleger keinen Zugriff auf die Wertpapiere, so dass im Falle von Kursschwankungen nicht reagiert werden kann.

Einzelne Positionen übertragen:

In manchen Fällen kann es aber auch vorkommen, dass eine einzelne Position aus dem Depot übertragen werden soll, z.B. aus einem steuerlichen Optimierungsgesichtspunkt heraus. Dies ist beim GRATISBROKER nur mit einer gleichzeitigen Depotschließung möglich, was eine erhebliche Einschränkung darstellt. Trade Republic, Scalable Capital und justTRADE bieten dies dagegen an, kostenfrei. justTRADE allerdings nur, wenn kein Eigentümerwechsel vorliegt.

Fazit

Die vier Broker sind absolut ernst zunehmende Alternativen. Wahrscheinlich passen sie nicht für jeden Anleger-Typen, aber sowohl Gelegenheits-Trader und auch ambitioniertere Anleger oder Heavy-Trader kommen hier aufgrund der attraktiven Konditionen sicher auf ihre Kosten.

Von den vier Anbietern bietet justTRADE die breiteste Produkt- und Handelspalette an. Das Depot eignet sich ideal als Zweitdepot zu einem bestehenden Depot.

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