Vergleich 0€-Broker


Die neue Generation an “0€-Brokern” liegen voll im Trend. Die FinTechs bieten kostenloses oder sehr stark vergünstigtes Trading an. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So bieten die Broker bisher nur wenige Handelsplätze an. Zudem ist bei einem Anbietern die Haftung wesentlich niedriger als bei den großen etablierten Brokern.

Wir haben uns die neuen Anbieter genau angeschaut. Wo liegen Ihre Stärken und wo ihre Schwächen?

 justTRADETrade RepublicScalable Capital
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
Depot und Handel
MindestordervolumenWertpapiere: 500€ bei Käufen,
Verkäufe ab 1 Stück
Krypto: 50€
1 Stück1 Stück bei Aktien und ETFs, 250€ bei Derivaten5
Mindesteinzahlung bei EröffnungNeinNeinJa, 1€
Depotartnur Einzeldepotnur Einzeldepotnur Einzeldepot
Eigenes VerrechnungskontoJaNein, Treuhand-
sammelkonto3
Ja
MinderjährigendepotNeinNeinNein
Dauer Depoteröffnungca. 10 Minutenmind. 1 Tag2 bis 3 Tage
Handelbare Produkte
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
Aktienca. 7.850ca. 7.300ca. 6.000
Aktien-Sparplänekeine 2.500 Aktien

Sparrate: ab 10€
> 400 Aktien

Sparrate: ab 1€
ETFsca. 1.250 von
Amundi, DWS,
iShares, Vanguard,
Lyxor, Comstage,
vanEck, UBS,
WisdomTree
ca. 1.500
Amundi, iShares, DWS Xtrackers, Lyxor und WisdomTree
> 1.500
(diverse Anbieter)
ETF-Sparplänekeineca. 1.500 ETF-Sparpläne
Amundi, iShares, DWS Xtrackers, Lyxor und WisdomTree
> 1.500
(von allen Anbietern)
Investmentfondskeinekeineca. 2.000
Anleihenkeinekeinekeine
ETCs (z.B. Xetra Gold)Ja (Xetra Gold, Euwax Gold, DWS, WisdomTree)Ja (diverse Anbieter), aber kein Xetra Gold / EUWAX GoldJa (diverse Anbieter), aber kein Xetra Gold / EUWAX Gold
ETC-SparplänekeineJa (diverse Anbieter)Ja (diverse Anbieter)
ZertifikateJa, ca. 500.000Ja, ca. 300.000Ja, ca. 300.000
871m-Zertifikate handelbarNeinNeinJa6
Futures & Optionenkeinekeinekeine
CFDskeinekeinekeine
Forexkeinekeinekeine
Echter KryptohandelJa, Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin Cash, EOS, Stellar, Chainlink, Polkadot, Uniswap, Ethereum Classic und DogecoinJa, Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Bitcoin Cashkein
Angebot
Handelsplätze
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
börslichLS Echange
Quotrix
NEU: Tradegate Exchange
LS Exchangegettex,
Xetra
außerbörslichUBS, Citi, Société Génerale, VontobelHSBC, Citi, Société Génerale,keine
OrdertypenQuote, Market, Stop, Limit, Stop-Limit, Trailing-Stop, One-cancels-OtherMarket, Stop, LimitMarket, Stop, Stop-Limit, Limit
HandelszeitenAktien, ETF:
7:30 bis 23:00 Uhr
Derivate:
8:00 bis 22:00 Uhr
Krypto: 24/7
Aktien, ETF:
7:30 bis 23:00 Uhr
Derivate:
8:00 bis 22:00 Uhr
Krypto: 24/7
8:00 bis 22:00 Uhr (gettex)
9:00 bis 17:30 (Xetra)
Charts JaJaJa
Gebühren
justTRADETrade RepublicScalable Capital
Orderausführung0,00€1,00€
(Sparpläne: 0,00 €)
gettex:
0,00€ oder 0,99€ pro Order

Xetra:
3,99€ pro Order zzgl. 0,01% Börsengebühren, mind. 1,50€
Eintragung
Namensaktien
0,00€, da standardmäßig keine Eintragung erfolgt.0,00€, da standardmäßig keine Eintragung erfolgt (Eintragung auf Wunsch: 2,00€ pro Order)
0,00€
Zinsen Verrechnungskonto-0,50% p.a.0,00% p.a.0,00% p.a.
Sicherheit
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
Eigene BanklizenzNeinJaNein
KontoführungSutor BanksolarisBankBaader Bank
Einlagensicherungbis zu 1,3 Mio. €bis zu 100.000€3mind. 750.000€
Sicherheit HandelsfrontendsPIN, SMS-TAN, TouchID / FaceIDPIN, PUK, TouchID / FaceIDPIN, TouchID / FaceID
Überweisung (ausgehend)Ja, nur ReferenzkontoJa, nur ReferenzkontoJa, nur Referenzkonto
Sicherheits-ÜberweisungslimitJa, 10.000€ / Tag (individuell änderbar)NeinNein
Steuern und Sonstiges
justtrade.comtraderepublic.comde.scalable.capital
Abzug Abgeltungssteuer
beim Verkauf bzw. bei Dividendenerträgen
JaJein4Ja
Ermäßigter Satz US-QuellensteuerJa, 15%Ja, 15%Ja, 15%
QuellensteuerserviceNeinNeinNein
JahressteuerbescheinigungJaJaJa
Depotüberträge (eingehend) möglichNeinJa, aber nur handelbare ProdukteJa, nur handelbare Produkte und keine Übernahme der Anschaffungsdaten in die Performanceberechnung.
Depotüberträge (ausgehend) möglichJa (auch Einzelpositionen)Ja (auch Einzelpositionen)Nein
Kosten für DepotschließungKostenfreiKostenfrei25€
LinkNeukundenNeukundenNeukunden
1Verkäufe kleiner 500€ sind nur beim Verkauf der Gesamtposition möglich.
2Ausgehende Depotüberträge sind nur mit gleichzeitiger Depotschließung möglich.
3Aufgrund der Treuhandsammelkonto-Konstruktion mit der SolarisBank kann man als Kunde die Ansprüche im Falle einer Insolvenz nicht selber geltend machen, sondern dies muss Trade Republic vornehmen. weitere Infos
5 Scalable Capital: Für Orders unter 250€ fallen generell 0,99€ Orderentgelt an. Für Derivate gilt ein Mindestordervolumen von 250€.
6 Die 871m-Zertifikate sind laut Anbieter handelbar, allerdings gibt es keine Information über die Zurverfügungstellung des 1042-S Formulars oder eventuelle Kosten.

Geschäftsmodell der 0€-Broker

Die drei neuen Broker haben das Zeug dazu, den Brokermarkt zu verändern. Umsonst traden ist in den entwickelten Aktienmärkten ein Trend geworden. Wie so oft liegen die Pioniere dieses Geschäftsmodells in den USA. Dort konnte Robinhood schon mehrere Millionen Kunden gewinnen.

Natürlich muss sich das Geschäft für die Broker rechnen. In der Regel erhalten die Broker von Handelsplätzen, Market Makern und Produktanbietern Provisionszahlungen. Gleichzeitig werden die Kosten so weit wie möglich reduziert. Das kann aber nur durch weniger Komplexität bei den Leistungen gelingen.

Wo wir auch bei den möglichen Nachteilen wären: Sämtliche der neuen Broker bieten nur sehr wenige Handelsplätze an. Aber Gelegenheitstrader und insbesondere ETF-Anleger wird dies wenig stören.

Interessant ist auch die Dauer der Depoteröffnung. In der Regel dauert diese ein bis zwei Tage, da oftmals nachts via Batchjob die Eröffnungen technisch durchgeführt werden. Hier punktet justTRADE, bei denen eine vollständige Eröffnung ca. 10 – 15 Minuten dauert.

Verfügbare Handelsplätze

Hier hat justTRADE die Nase vorn. justTRADE bietet seinen Kunden mit LS Exchange, Quotrix und Tradegate Exchange drei börsliche Handelsplätze, an denen Aktien (ca. 7.850), ETFs (ca. 1.250) und ETCs (u.a. Xetra und Euwax Gold I und II) gehandelt werden können. Darüber hinaus gibt es vier außerbörsliche Handelspartner (Citi, Société Générale, UBS und Vontobel) für den Handel mit verbrieften Derivaten (Zertifkate, Optionsscheine und Hebelprodukte). Mit Übernahme des Zertifikategeschäfts der Commerzbank durch die Société Générale sind auch noch die Produkte der Commerzbank hinzugekommen, so dass eigentlich fünf außerbörsliche Handelspartner zur Verfügung stehen. Seit Ende Oktober 2020 bietet justTRADE als erster deutscher Online-Broker den Wertpapier- und Kryptohandel aus einem Depot heraus an. Handelbar sind die zwölf Kryptowerte Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin Cash, EOS, Chainlink, Stellar, Polkadot, Uniswap, Classic und Dogecoin – und das zu günstigen 0,3% Minimumspread für Kauf und Verkauf. Darüber hinaus gibt es Partnerschaften für Krypto-ETPs mit VanEck, WisdomTree und 21Shares, so dass bspw. auch Krypto-ETPs auf Binance, Cardano oder Tezos handelbar sind, sowie auch mittels Short-ETPs Strategien auf fallende Kryptokurse umgesetzt werden können. Und das ebenfalls für 0€ Orderentgelt.

Trade Republic bietet einen börslichen Handelsplatz (LS Exchange) für den Handel mit ca. 7.300 Aktien und ca. 1.500 ETFs. Außerdem drei weitere Partner im außerbörslichen Handel (Citi, HSBC und Société Générale) mit deren Optionsscheinen und Hebelprodukten. Die Anlagezertifikate (Bonus-, Discount-Zertifikate etc.) sind dagegen nicht handelbar. Trade Republic bietet inzwischen auch den Kryptohandel von Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum und Litecoin an, ist allerdings mit 1% Spread zzgl. 1€ pro Order sehr teuer.

Scalable Capital bietet seinen Kunden mit gettex und Xetra zwei Börsenplätze an. Gettex ist die elektronische Handelsplattform der Börse München. Hier können Aktien (ca. 6.000), Fonds (ca. 2.000) und ETFs (ca. 1.500) gehandelt werden. Zudem können ca. 300.000 Zertifikate der Emittenten Goldman Sachs, HSBC und HVB gehandelt werden. Nicht angeboten wird der außerbörsliche Handel. Order über Xetra kosten 3,99€ zzgl. Börsengebühren (0,01% vom Ordervolumen, mind. 1,50€).

Welche Vor- und Nachteile haben die Handelsplätze ?

Alle Anbieter bieten den Handel über moderne Market Maker-Börsenplätze an:

  • LS Exchange ist eine elektronische Börse, die von der Börse Hamburg reguliert und überwacht wird. Der Market Maker ist die LS Tradecenter GmbH & Co. KG
  • Quotrix ist das elektronische Handelssystem der Börse Düsseldorf, die ebenfalls von der Börse Hamburg überwacht wird. Der Market Maker ist die ICF Bank AG.
  • gettex ist die elektronische Plattform der Börse München. Der Market Maker ist die Baader Bank.
  • Tradegate Exchange ist der elektronische Börsenplatz aus Berlin. Der Market Maker ist die Tradegate AG.

Scalable Broker bietet zusätzlich den Handel über Xetra an. Allerdings ist es so, dass keine Xetra-Kurse zur Verfügung gestellt werden, sondern nur die Kurse von gettex. Wer also eine Order an Xetra platzieren will, muss dies auf Basis von gettex-Kursen machen.

Von der Anzahl der handelbaren Wertpapiere sind die elektronischen Maklerbörsen aber nicht im Nachteil. Im Gegensatz zu Xetra, an der lediglich bis zu 900 Aktien gehandelt werden können, bieten die genannten Börsen eine wesentlich größere Zahl an handelbaren Aktien aus dem In- und Ausland.

Es gilt das Referenzmarktprinzip
Auch der geringere Order-Flow, also das Order-Volumen an diesen Börsen muss zur Haupt-Handelszeit kein Nachteil sein. Denn für die meisten Börsen in Deutschland gilt das Referenzmarktprinzip. Danach darf keine Kurstellung schlechter als an der Referenzbörse sein. Referenzbörse ist für viele deutsche Aktien Xetra. Die Tradegate Exchange hat kein Referenzbörsenprinzip, da sie selber als Referenzbörse fungiert.

Das Problem dabei ist: An Xetra wird nur von 9:00 bis 17:30 Uhr gehandelt. Für andere deutsche Aktien, die nicht auf Xetra gehandelt werden, wird üblicherweise die Börse Frankfurt als Referenzmarkt herangezogen. Für ausländische Aktien ist die Leitbörse des Heimatlandes ausschlaggebend für die Kurstellung. So öffnen die US-Börsen um 15:30 Uhr und schließen um 22:00 Uhr.

In der Hauptzeit gibt es keinen Unterschied in der Kursstellung. Nachbörslich sollten die Kurse mit anderen Börsen verglichen werden, da die Börsen hier den Spread in Teilen ausweiten.

Die faire Kursstellung wurde von Finanztest über Monate bei den Brokern getestet. Als unbe­gründet erwies sich die Befürchtung, dass die Gebührenfreiheit durch eine größere Handels­spanne beim Kauf und Verkauf einhergeht. Bei bekannten Aktien oder ETF wurde keine nennens­werten Aufschläge gegen­über dem Xetra-Handel der deutschen Börse festgestellt.

Trotzdem ist es für Anleger aber durchaus von Vorteil, wenn ein Broker mehrere Handelsplätze bzw. Kooperationspartner anbietet.

Mehrere Handelsplätze sind besser als nur einer
Fällt bspw. eine Börse aus – zum Beispiel wegen einer technischen Störung – kann dann noch über andere Börsen gehandelt werden. Auch gibt es bei den vermeintlich gleichen ETFs von Anbieter zu Anbieter durchaus deutliche Unterschiede, so dass eine Auswahl verschiedener Anbieter auch hier von Vorteil sein kann.

Hier liegt justTRADE mit drei Börsen, vier OTC-Emittenten und acht ETF-Anbietern vorne. Auch bietet justTRADE als einziger Anbieter den Handel mit Xetra Gold oder Euwax Gold I und II. Und mit dem Kryptohandel, der 24/7 stattfindet, hat er eine echte Innovation im deutschen Markt geschaffen.

Mindestordervolumen

Das Mindestordervolumen beschreibt, welchen Orderwert eine Order mindestens haben muss, damit sie ausgeführt werden kann.

Auch das Mindestordervolumen wird von den drei Brokern unterschiedlich gehandhabt. So verzichtet lediglich Trade Republic auf ein Mindestordervolumen, d.h. Orders sind ab 1 Stück möglich. Wahrscheinlich ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass hier jeder Trade pauschal einen Euro kostet, um die Kosten für Kleinstorders abzudecken.

Bei justTRADE wird ein Mindestordervolumen von 500€ für Wertpapierkäufe gefordert, bei Verkäufen ist ein Handel ab 1 Stück möglich. Bei Scalable Capital gilt für Aktien und ETFs ein Mindestordervolumen ab 1 Stück, wobei für Orders unterhalb von 250€ generell 0,99€ Kosten pro Order anfallen. Für Derivateorders gilt ein Mindestordervolumen von 250€.

Im Kryptohandel hat justTRADE das Mindestordervolumen auf 50€ gesenkt, um hier auch jüngere Kunden anzusprechen.

Ein kleines Manko bei Scalable Capital ist die um einen Tag verlängerte Laufzeit bei Überweisungen vom Referenzkonto auf das Verrechnungskonto bis das Geld tatsächlich zur Verfügung steht. Ursache dafür ist, dass die Kontostände und Geldeingänge nur über Nacht von der Baader Bank an die beiden kooperierenden Broker im Rahmen von Batch-Prozessen übermittelt werden.

Vorteil für Trade Republic. Hier gibt es kein Mindestordervolumen,
d.h. ab 1 Stück kann gehandelt werden.

Ordertypen

Mit den verschiedenen Ordertypen können bestehende Positionen abgesichert oder im Rahmen von Käufen Schwellen definiert werden, bei denen ein Kauf erst ausgelöst werden soll. Am bekanntesten sind die Market-, Stop- und Limit-Oder.

Immer häufiger kommen auch die sog. “Intelligenten” Ordertypen zum Einsatz. So werden von fast allen Börsen auch Trailing Stop und One-Cancels-the-Other-Orders angeboten. Einzig die LS Exchange bietet derzeit nur die Quote-, Market- und Limit-Order gemäß Regelwerk an.

Im Vergleich der drei Broker bietet justTRADE derzeit die größte Auswahl an Ordertypen an. Verfügbar sind Quote-, Market-, Stop-, Stop-Limit-, Limit-, Trailing-Stop- und One-cancels-the-Other-Order.

Scalable Capital bietet immerhin neben der Market-, Stop-, Limit-Order auch noch die Stop-Limit-Order an. Trade Republic hat die Ordertypen Market-, Stop- und Limit-Order im Angebot, wobei es sich bei der Stop-Order via LS Exchange nicht um einen börslichen Ordertyp handelt.

Manko bei Scalable Capital: Die Ordergültigkeit bei den Limitorders ist fest auf 1 Jahr vorgegeben, eine kürze Laufzeit, wie z.B. tagesgültig, kann aktuell nicht erteilt werden. Manko bei Trade Republic: Limite können nur mit zwei Nachkommastellen eingegeben werden, so dass eine gezielte Ordererteilung in manchen Fällen nur schwer möglich ist.

Insbesondere die folgenden drei Ordertypen gehören mit zu den beliebtesten in Deutschland:

Quote-Order: Bei der Quote-Order erhalten Sie für die von Ihnen angefragte Stückzahl einen Briefkurs (Kauf) bzw. Geldkurs (Verkauf) gestellt, zu dem der Handelspartner bereit ist, die Order auszuführen. Der Handelspartner hält an diesem Kurs in der Regel für ca. 5 Sekunden fest und in dieser Zeit können Sie den Kurs akzeptieren. Im Gegensatz zu der Market-Order haben Sie bei der Quote-Order die volle Kontrolle über den Kurs, zu dem Ihre Order ausgeführt wird, denn Sie entscheiden, ob Sie den gestellten Kurs akzeptieren oder nicht. Wir halten daher diese Orderform für Kunden für weit besser als die Market-Order.

Trailing Stop: Eine Trailing Stop-Order ist eine Stop-Order, bei der der Stop-Kurs sich mit der Kursentwicklung mitbewegt. Sie legen zum einen mit Ihrem Stop-Kurs die untere Verkaufsschwelle fest. Über die Angabe der Trailing-Schwelle, die Sie absolut oder prozentual angeben können, bestimmen Sie, wie sich der Stop-Kurs bei einem Anstieg des aktuellen Kurses verändert. Bei steigenden Kursen bleibt Ihr Stop-Kurs daher nicht fix, sondern bewegt sich parallel mit der Entwicklung des aktuellen Kurses nach oben. Mithilfe dieses Ordertyps profitieren Sie daher von steigenden Kursen bei gleichzeitiger Absicherung nach unten. Wird der Stop-Kurs erreicht oder unterschritten, wird Ihre Order als Market-Order platziert.

One-cancels-the-Other: Die One-Cancels-Other-Order kombiniert die Stop- und Limit-Order und dient sowohl zur Absicherung einer vorhandenen Depotposition (bei sinkenden Kursen bei Erreichen des Stop-Kurses) als auch zur Gewinnmitnahme (bei steigenden Kursen bei Erreichen des Limit-Kurses). Sinkt also der Kurs Ihrer Depotposition und der Stop-Kurs wird erreicht, wird Ihre Order als Market-Order platziert, die dazugehörige Limit-Order wird automatisch gestrichen. Steigt hingegen der Kurs und der Limit-Kurs wird erreicht, erfolgt die Orderausführung zum Limit-Kurs oder besser und die Stop-Order wird gestrichen.

Bei den Ordertypen bietet eindeutig justTRADE die größte Auswahl. So ist dies der einzige Anbieter, der neben der Market-, Stop-, Stop-Limit und Limit-Order auch die drei oben genannten sehr beliebten Ordertypen Quote-, Trailing Stop- und One-cancels-the-Other anbietet.

Sparpläne

Viele Anleger nutzen für den Vermögensaufbau ETF- oder Aktien-Sparpläne. Derzeit bieten nur zwei der drei vorgestellten Broker die Möglichkeit, Sparpläne auszuführen.

ETF-Sparpläne:

Scalable Capital bietet von allen Anbietern die größte Auswahl an ETF-Sparplänen an. Es stehen rund 1.500 ETF-Sparpläne von allen in Deutschland tätigen Anbietern zur Verfügung. Die Sparplanraten starten bei 1€. Eine Dynamisierung der Sparrate ist möglich. Ausgeführt werden die Sparpläne über die elektronische Börse gettex (über den Tag verteilt, zu Xetra-Handelszeiten). Alle Sparpläne werden kostenlos ausgeführt – unabhängig vom Konditionsmodell.

Auch Trade Republic bietet ca. 1.500 ETF-Sparpläne an. Beschränkt dies aber auf die führenden Anbieter Amundi, DWS, Lyxor, iShares und WisdomTree. Sparplanraten können von 25€ bis 5.000€ in 25€-Schritten gewählt werden. Ausgeführt werden die Sparpläne über die elektronische Börse LS Exchange (über den Tag verteilt, zu Xetra-Handelszeiten).

Aktien-Sparpläne:

Bei Trade Republic können 2.500 Aktien kostenlos bespart werden. Die Sparraten starten bereits ab 10€. Damit ist Trade Republic unsere Top-Empfehlung für Aktien-Sparpläne.

Ebenfalls attraktiv sind die Aktien-Sparpläne bei Scalable Capital. Hier werden mehrere hundert Aktien als Sparplan angeboten. Die Sparraten beginnen schon ab 1€.

Bei beiden Anbietern werden Bruchstücke von Aktien erworben. Fonds-Sparpläne bietet keiner der Anbieter an. justTRADE bietet derzeit noch keine ETF- noch Aktien-Sparpläne an.

Konditionen:

Sämtliche Sparpläne werden bei beiden Anbietern immer für 0€ ausgeführt.

Aufgrund der größeren Auswahl, der niedrigeren Sparrate und der Möglichkeit, die Sparrate zu Dynamisieren ist Scalable Capital unser Sieger bei ETF-Sparplänen. Für Aktien-Sparpläne ist dagegen Trade Republic noch unsere erste Wahl.

Handelsfrontend

Welche Handelsplattformen bieten die drei Anbieter?

justTRADE bietet ein Desktop-basiertes Webtrading und native Apps für iOS und Android an. Kunden können sich mit den gleichen Zugangsdaten in alle Frontends einloggen oder diese auch parallel öffnen. Das Webtrading läßt kaum Wünsche offen. Die Nutzung ist extrem performant, zu jedem Wert (Wertpapier und Kryptowert) können umfangreiche Charts abgerufen werden. Zudem können von wichtigen Bereichen die Daten als CSV-Export heruntergeladen werden.

Scalable Capital bietet ebenfalls ein Desktop-basiertes Webtrading und native Apps für iOS und Android an.

Trade Republic geht hier einen anderen Weg. Als einziger der drei Anbieter, wird kein Desktop-Webtrading angeboten, sondern sich voll auf die iOS und Android-App fokussiert. Diese ist allerdings sehr ausgereift und nutzerfreundlich umgesetzt. Trade Republic bietet Charts an, allerdings sind diese sehr rudimentär und ungenau umgesetzt, so dass sich nur eine Tendenz ableiten läßt.

Hier liegt justTRADE mit Webtrading und Trading-Apps klar vorne. Ob Zertifikate-Trader sich bei Trade Republic voll auf eine App verlassen möchten?

Sicherheit

Wie schaut es mit der Einlagensicherung der drei Broker aus?

Trade Republic

Trade Republic besitzt als einziger der drei eine eigene Wertpapierhandelslizenz der Bafin. Die Anforderungen der BaFin sind vergleichsweise hoch. Insofern wird Trade Republic hier entsprechende Standards in den eigenen Prozessen etabliert haben. Das Verrechnungskonto wird bei der solarisBank als Treuhand-Sammelkonto geführt. Die Einlagensicherung von Trade Republic beträgt maximal 100.000 €. Nachteil hierbei ist allerdings, dass aufgrund der Sammelkonto-Konstruktion Trade Republic Kontoinhaber bei der solarisBank ist, so dass im Falle einer Insolvenz der Endkunde keine Ansprüche auf Entschädigung anmelden kann. Dies kann nur durch Trade Republic erfolgen. Damit trägt der Kunde das Insolvenzrisiko der solarisBank.

So heißt es in den AGBs:
„Auf Grund des Treuhandauftrags ist Trade Republic lediglich gehalten dasjenige Kundenguthaben herauszugeben, das Trade Republic selbst auf Grund des Kontovertrages mit der kontoführenden Bank herausverlangen kann. Der Kunde trägt damit im Ergebnis das Insolvenzrisiko der das Treuhandsammelkonto führenden Solaris, soweit Trade Republic in der Insolvenz der Solaris den Anspruch auf Auszahlung des Kundenguthabens weder gegenüber der Einlagensicherung der Solaris noch gegenüber dem Insolvenzverwalter der Solaris im Rahmen des Insolvenzverfahrens realisieren kann.“

Wir empfehlen, nur kleinere Beträge auf dem virtuellen Verrechnungskonto zu parken

justTRADE

Hinter justTRADE steht die Sutor Bank aus Hamburg. Diese ist über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus auch noch Mitglied im freiwilligen Sicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. Darüber sind die Einlagen jedes Kunden zusätzlich mit bis zu 1,3 Mio. Euro abgesichert.

Scalable Broker

Scalable Capital bietet über die Baader Bank, die ebenfalls freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Bankn ist, ebenfalls über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus eine Absicherung von mehr als 750.000 € an.

Kritisch anzumerken ist ebenfalls, dass die Baader Bank bei Scalable Capital sowohl depotführende Stelle ist, als auch als Kommissionär die vom Kunden erteilten Orders zur Börse gettex schickt, bei der sie als einziger Market Maker für die Ausführung der Orders zuständig ist. Zudem hat der Market Maker bei gettex – im Gegensatz zur LS Exchange und Quotrix – Einblick in das Orderbuch und sieht somit alle von den Kunden erteilten Limitorders. Ein Umstand, den es sonst bei keinem anderen Broker in Deutschland in der Form gibt, da die Baader Bank als Kommissionär Kundeninteressen verfolgen muss, aber als Market Maker auch Geld verdienen will. Es wird sich zeigen, wie sich dieser mögliche Interessenkonflikt auswirkt.

Hier gibt es keinen eindeutigen Vorteil. Zwar besitzt Trade Republic eine eigene Banklizenz, allerdings sind die Konto- und Depotfunktionen komplett an andere Banken (solarisBank und HSBC) ausgelagert. Zudem ist die Sammelkonto-Konstruktion insbesondere bzgl. der Einlagensicherung ungewöhnlich. justTRADE und Scalable Capital arbeiten mit etablierten Banken zusammen, die ebenfalls von den deutschen Aufsichtsbehörden überwacht werden. Im Bereich der Einlagensicherung hat aber eindeutig justTRADE die Nase vorne, vor Scalable Capital.

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer wird von allen drei Brokern berücksichtigt und automatisch abgeführt. Es gibt aber Sonderfälle, die man kennen sollte:

justTRADE
Im Rahmen der Konto- und Depoteröffnung fragt die Sutor Bank den Kirchensteuerstatus beim Bundeszentralamt für Steuern ab und hinterlegt den zurückgemeldeten Steuersatz direkt in den Steuerdaten. Sofern Kunden keinen Sperrvermerk für die Bankenabfrage hinterlegt haben, erfolgt direkt die korrekte steuerliche Berücksichtigung der Kirchensteuer. Die nachträgliche Einreichung eines Freistellungsauftrages (nur bis 801€ wegen Einzeldepot) oder die Hinterlegung einer NV-Bescheinigung ist möglich, im Anschluß erfolgt eine automatische Korrektur aller bis zur Hinterlegung ggf. zuviel bezahlten Steuern.

Trade Republic
Trade Republic fragt bisher nur einmal im Jahr (Q3) die Kirchensteuermerkmale im Rahmen der so genannten Regelabfrage ab. Wer also Anfang des Jahres sein Depot eröffnet und dann aktiv handelt, muss alle Trades für die Kirchensteuer in der Steuererklärung bis Q3 selber deklarieren. Dies kann sehr ärgerlich sein, weil es zu mehr Aufwand bei der Steuererklärung führt.

Scalable Broker
Scalable Capital zieht einen Teil der anfallenden Gebühren per Lastschrift vom Referenzkonto ein. Diese Gebühren finden sich leider nicht auf den Wertpapierabrechnungen. Dadurch erfolgt sowohl bei den Ordergebühren als auch bei der monatlichen Fee für den PRIMEBroker keine Berücksichtigung im Rahmen der Abgeltungssteuer. Wer diese Kosten im Rahmen der Kapitalertragssteuer berücksichtigt haben möchte, muss man diese selber über die Einkommenssteuererklärung zurückfordern. Dabei ist es jedoch so, dass für die Buchungen der Ordergebühren kein gesonderter Beleg zur Verfügung gestellt wird, so dass diese anhand von Kontoauszügen nachgewiesen werden müssen.

Wer einen Freistellungsauftrag oder eine NV-Bescheinigung einreichen möchte, sollte diese im Rahmen der Konto- und Depoteröffnung einreichen. Eine rückwirkende Korrektur ggf. bereits gezahlter Steuern ist nicht möglich.

Steuerlich unklar ist auch die Behandlung von Totalverlusten, da diese gemäß BMF-Rundschreiben nicht mehr im Rahmen der Abgeltungssteuer berücksichtigt werden dürfen. Da Scalable Capital die Ordergebühren nicht im Rahmen der Abgeltungssteuer als Anschaffungsnebenkosten berücksichtigt, kann es passieren, dass Verluste in den jeweiligen Abgeltungssteuertopf eingestellt werden und gegen nachfolgende Gewinne verrechnet werden. Liegt dieser Sachverhalt fälschlicherweise vor, sollte mit dem eigenen Steuerberater geklärt werden, wie dies im Rahmen der Einkommenssteuererklärung korrigiert werden kann.

Depotübertrag

Macht es Sinn, sein bisheriges Depot zu den 0€-Brokern zu übertragen? Welche Hürden gibt es?

Ein Depotübertrag kann attraktiv sein, wenn die Ordergebühren für einen Verkauf einer bestehenden Wertpapier-Positionen sehr viel niedriger sind, als bei dem bisherigen Broker. Depotüberträge kommen auch für die Anleger in Frage, die bereits einen Bestand an ETFs haben und diese bei dem neuen Anbieter weiter besparen möchten.

Wie handhaben die Broker den Depotübertrag?

Bisher bietet nur Trade Republic eingehende Depotüberträge an. Beim Übertrag der eigenen Wertpapiere muss allerdings darauf geachtet werden, dass diese über die angebotenen Handelsplätze (LS Exchange, Citi, HSBC und Société Générale) handelbar sind.

Scalable Capital ermöglicht eingehende Depotüberträge inzwischen, allerdings dauert die Einbuchung bei der Baader Bank nach Rückmeldung von Nutzern unserer Webseite recht lange. Zudem werden von Scalable Capital die Anschaffungsdaten im Rahmen der Performanceanzeige nicht berücksichtigt, sondern erst beim Verkauf im Rahmen der steuerlichen Abrechnung. Dies ist insofern sehr ärgerlich, als das u.U. auf Basis der falschen Performance Verkaufsentscheidungen getroffen werden.

Bruchstücke können grundsätzlich nicht übertragen werden. Diese müssen vorher bei der abgebenden Depotbank veräußert werden, bevor der Depotübertrag in Gang gesetzt wird.

Spezialfall Trade Republic:
Die Depotbank HSBC von Trade Republic verwahrt leider viele ausländische Wertpapiere nicht, insbesondere US-amerikanische oder kanadische so genannte low-priced Securites, obwohl diese an deutschen Börsen handelbar sind. Ein Depotübertrag sollte daher vorher mit Trade Republic abgeklärt werden.

Dauer des Übertrages

Die Dauer des Wertpapierübertrages wird unter Anlegern regelmäßig diskutiert. Und das aus gutem Grund, denn während eines offenen Übertrages hat der Anleger keinen Zugriff auf die Wertpapiere, so dass im Falle von Kursschwankungen nicht reagiert werden kann. Depotüberträge dauern in der Regel eine Woche bis maximal vier Wochen.

Einzelne Positionen übertragen:

In manchen Fällen kann es aber auch vorkommen, dass eine einzelne Position aus dem Depot übertragen werden soll, z.B. aus einem steuerlichen Optimierungsgesichtspunkt heraus. Trade Republic, Scalable Capital und justTRADE bieten Depotüberträge an, kostenfrei. justTRADE allerdings nur, wenn kein Eigentümerwechsel vorliegt und der Übertrag nicht ins Ausland geht.

Fazit

Die drei Broker sind absolut ernst zunehmende Alternativen. Wahrscheinlich passen sie nicht für jeden Anleger-Typen, aber sowohl Gelegenheits-Trader und auch ambitioniertere Anleger oder Heavy-Trader kommen hier aufgrund der attraktiven Konditionen sicher auf ihre Kosten.

Von den drei Anbietern bietet justTRADE die breiteste Produkt- und Handelspalette an. Das Depot eignet sich ideal als Zweitdepot zu einem bestehenden Depot.

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