Wann stellen Broker die gesetzliche Steuerbescheinigung 2020 zur Verfügung?

Jedes Jahr das gleiche Bild: Land auf Land ab fragen sich die Broker-Kunden, wann sie von ihrem Broker die Steuerbescheinigung zur Verfügung gestellt bekommen. Bis zum 31. Juli ist zwar Zeit für die Abgabe der Steuererklärung, aber wer Aussicht auf eine Steuerrückzahlung hat, ist meistens früher dran.

Wir haben in unseren jeweiligen Broker-Postboxen nachgesehen und folgende Termine für das Steuerjahr 2020 ermittelt:

 
Geplanter Versandtermin
Steuerbescheinigung
Gebühr für
Erträgnisaufstellung
ComdirectAnfang März19,90€
ConsorsbankEnde MärzKeine
DegiroKeine AusstellungKeine Ausstellung
DKBMitte MärzKeine
FlatexApril / MaiKeine
INGMitte MärzKeine
justTRADEEnde AprilKeine
LYNX BrokerKeine AusstellungKeine Ausstellung
maxblueEnde Februar20€
onvista bankMitte März7,50€
Sparkassen BrokerMärzKeine
Scalable CapitalMärz / AprilKeine
Smartbrokerim 2. oder 3. QuartalKeine
TargobankEnde März18,50€
Trade RepublicEnde März25€
1822direktEnde MärzKeine
Während es früher qua Gesetz noch Pflicht war, die Steuerbescheinigung postalisch zur Verfügung zu stellen, hat der Gesetzgeber seit 2018 eine Gesetzesänderung vorgenommen, dass diese auch elektronisch als PDF dem Kunden ausgehändigt werden darf. Diese Möglichkeit nutzen inzwischen alle Broker.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass alle inländischen Banken und Broker die gesetzliche Steuerbescheinigung in der Regel im ersten Quartal oder Anfang des zweiten Quartals des Folgejahres zur Verfügung stellen. Dabei gilt auch, dass je früher die Steuerbescheinigung zur Verfügung gestellt wird, desto nachteiliger ist dies. Denn viele steuerliche zu deklarierende Tatsachen klären sich meist erst im ersten Quartal. Stellt also eine Bank bereits am Anfang des Jahres die Steuerbescheinigung aus, kann es vorkommen, dass diese nochmal mittels Korrekturmitteilung geändert wird. Dies ist immer dann ärgerlich, wenn der Steuerpflichtige diese schon im Rahmen seiner Einkommenssteuererklärung verwendet hat.

Kunden ausländischer Broker, wie bspw. Degiro, Lynx oder Interactive Brokers bekommen keine Steuerbescheinigung, da ausländische Broker dieser Pflicht der kostenfreien Zurverfügungstellung der gesetzlichen Jahressteuerbescheinigung nicht unterliegen. Ebenfalls erhalten Kunden inländischer Broker keine gesetzliche Steuerbescheinigung, wenn keine Steuern angefallen sind, d.h. so genannte Null-Bescheinigungen werden nicht (mehr) ausgestellt.

Einreichen müssen Sie die Steuerbescheinigung beim Finanzamt auch nicht mehr. Seit dem 2017 reicht es aus, wenn die Beleg auf Nachfrage vorgelegt werden können. Insofern sollte Sie alle An- und Verkaufsbelege über Wertpapiere so lange aufheben, bis die Steuerveranlagung für diese Geldanlagen endgültig bestandskräftig ist – am besten aber zehn Jahre.

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