Wann stellen Broker die gesetzliche Steuerbescheinigung zur Verfügung?

Jedes Jahr das gleiche Bild: Land auf Land ab fragen sich die Broker-Kunden, wann sie von ihrem Broker die Steuerbescheinigung zur Verfügung gestellt bekommen. Bis zum 31. Juli ist zwar Zeit für die Abgabe der Steuererklärung, aber wer Aussicht auf eine Steuerrückzahlung hat, ist meistens früher dran.

Wir haben in unseren jeweiligen Broker-Postboxen nachgesehen und folgende Termine für das Steuerjahr 2019 ermittelt:

 
Versandtermin Steuerbescheinigung
ComdirectAnfang März
ConsorsbankMitte März
DegiroKeine Ausstellung
DKBAnfang April
FlatexApril / Mai
INGAnfang März
justTRADEAnfang April
LYNX BrokerKeine Ausstellung
maxblueMitte März
onvista bankMitte März
Sparkassen BrokerAnfang März
Trade RepublicEnde März
Während es früher qua Gesetz noch Pflicht war, die Steuerbescheinigung postalisch zur Verfügung zu stellen, hat der Gesetzgeber seit 2018 eine Gesetzesänderung vorgenommen, dass diese auch elektronisch als PDF dem Kunden ausgehändigt werden darf. Diese Möglichkeit nutzen inzwischen alle Broker.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass alle inländischen Banken und Broker die gesetzliche Steuerbescheinigung in der Regel im ersten Quartal oder Anfang des zweiten Quartals des Folgejahres zur Verfügung stellen. Dabei gilt auch, dass je früher die Steuerbescheinigung zur Verfügung gestellt wird, desto nachteiliger ist dies. Denn viele steuerliche zu deklarierende Tatsachen klären sich meist erst im ersten Quartal. Stellt also eine Bank bereits am Anfang des Jahres die Steuerbescheinigung aus, kann es vorkommen, dass diese nochmal mittels Korrekturmitteilung geändert wird. Dies ist immer dann ärgerlich, wenn der Steuerpflichtige diese schon im Rahmen seiner Einkommenssteuererklärung verwendet hat.

Kunden ausländischer Broker, wie bspw. Degiro, Lynx oder Interactive Brokers bekommen keine Steuerbescheinigung, da ausländische Broker dieser Pflicht der kostenfreien Zurverfügungstellung der gesetzlichen Jahressteuerbescheinigung nicht unterliegen. Ebenfalls erhalten Kunden inländischer Broker keine gesetzliche Steuerbescheinigung, wenn keine Steuern angefallen sind, d.h. so genannte Null-Bescheinigungen werden nicht (mehr) ausgestellt.

Einreichen müssen Sie die Steuerbescheinigung beim Finanzamt auch nicht mehr. Seit dem 2017 reicht es aus, wenn die Beleg auf Nachfrage vorgelegt werden können. Insofern sollte Sie alle An- und Verkaufsbelege über Wertpapiere so lange aufheben, bis die Steuerveranlagung für diese Geldanlagen endgültig bestandskräftig ist – am besten aber zehn Jahre.

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