Bester Broker für Firmendepots


In Zeiten von anhaltenden Niedrig- oder sogar Minuszinsen kann es auch für Firmen interessant sein, für ihr Betriebsvermögen ein Wertpapierdepot zu eröffnen. Eins vorweg: Kein Anbieter bietet eine komplette Online-Eröffnung an und das Angebot an Online-Brokern, die die Möglichkeit von Firmendepots anbieten, ist extrem dünn geworden.

Doch welcher Broker bietet eigentlich ein Firmendepot an? Gibt es sonst noch Fallstricke, die beachtet werden müssen? Wir haben uns die Anbieter von Firmendepots näher für Sie angesehen.

 
Firmendepot im Angebot
Depotkosten
Besonderheiten
Orderkosten
 
Lynx Broker

Ja
Keine
Keine Online-Eröffnung, alle Rechtsformen
Ab 5,80€Weitere Informationen
Flatex

Ja
0,1% p.a. vom Depotvolumen (inkl. MwSt.)
Keine Online-Eröffnung, GmbH, AG und KG möglich
Ab 7,90€Weitere Informationen
Sparkasse

Ja
ab 5,95€ pro Quartal in Abhängigkeit vom Depotvolumen (inkl. MwSt.)
Keine Online-Eröffnung, alle Rechtsformen
Ab 14€ je nach SparkasseWeitere Informationen

Vergleich Firmendepots: Worauf es ankommt

Warum bieten so wenige Broker Firmendepots an?

Nur wenige Broker bieten Firmendepots an. Mit Einführung des automatischen Informationsaustausches zwischen Deutschland und den USA (FATCA) in 2012 entschieden die ersten Banken und Broker, keine Firmendepots mehr zu eröffnen. Das endgültige Aus bis hin zu aktiven Kündigungen von Firmendepots kam dann mit Einführung der Finanzmarkt Richtlinie MIFID 2 zum Jahreswechsel 2018.

Ein Grund dürfte sein, dass die Depoteröffnung vergleichsweise komplex ist und bspw. jährlich alle (!) Verfügungsberechtigte neu überprüft werden müssen. Insofern ist es eigentlich nicht möglich, ein Firmendepot zu den gleichen Konditionen wie ein Privatdepot zu führen.

So konnten bspw. früher Firmendepots bei der Consorsbank oder der onvista bank eröffnen werden. Die Consorsbank gewährt nur noch Bestandsschutz für bereits eröffnete Firmendepots, die onvista bank hat dies ebenfalls stark eingeschränkt und inaktive Firmendepots gekündigt. Neue Firmendepots eröffnen beide nicht mehr.

Wo können Firmen heute ein Depot eröffnen?

Ein Anbieter ist der US-Broker Interactive Brokers, der mit seinem europäischen White-Label Anbieter Lynx Broker in Deutschland vertreten ist sowie Flatex.

Lynx hat seinen steuerrechtlichen Sitz zwar im Ausland (Sitz: Niederlande / Depotführung: UK). Da die Erträge von Firmendepots aber nicht der Abgeltungssteuer unterliegen und darüber hinaus die meisten Firmen über einen Steuerberater verfügen, ist Lynx Broker unser Favorit. Lynx bietet nicht nur für alle Rechtsformen einen Eröffnungsmöglichkeit, auch die Konditionen (kostenfreie Depotführung und günstige Ordergebühren) sowie das Handelsfrontend können sich sehen lassen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Lynx Erfahrungsbericht.

Flatex ist als deutscher Anbieter ebenfalls zu empfehlen, allerdings berechnet Flatex eine Depotgebühr von 0,1% p.a. vom Depotvolumen. Die Ordergebühren sind auch bei Flatex bekanntermaßen günstig. Auch hier finden Sie die Details in unserem Flatex Erfahrungsbericht.

Auch der Smartbroker ist angetreten, Firmendepots zu eröffnen, allerdings wurde dies bis heute nicht umgesetzt (siehe aktuelles Interview mit Vorstand Thomas Soltau). Wir denken, dass sich dies aber perspektivisch ändern könnte und der Smartbroker dieses Thema in 2021 angehen dürfte.

Firmendepots können auch bei jeder lokalen Sparkasse eröffnet werden, allerdings mit dem Nachteil höherer Orderkosten und Depotgebühren. Dafür gibt es in der Regel keine Einschränkung bei den Rechtsformen.

Wer nur auf die Konditionen schielt, ist beim Lynx Broker am besten aufgehoben. Ebenfalls zu empfehlen ist Flatex, auch wenn hier Depotgebühren in Höhe von 0,1% p.a. vom Depotvolumen in Rechnung gestellt werden.

Was gibt es zu beachten ?

Grundsätzlich gilt, dass die Eröffnung eines Firmendepots nicht komplett online möglich ist. Bei beiden Brokern sollten Sie vor Eröffnung Kontakt zum Kundenservice aufnehmen und erfragen, welche Informationen bzw. Unterlagen im Rahmen der Eröffnung eingereicht werden müssen.

In jedem Fall wird eine LEI-Nummer (Legal Entity Identifier) benötigt, damit die Orders im Rahmen des börslichen Transaktionsreportings entsprechend den regulatorischen Vorgaben gemeldet werden können.

Um in den Genuss des reduzierten US-Quellensteuersatzes bei US-Ertägen zu kommen, muss eine so genannte LOB-Erklärung (“Limitation on Benefits Clause”) eingereicht werden und je nach Rechtsform die Formulare W-8BEN-E ( bzw. W-8IMY). Bei Personengesellschaften wird oftmals auch ein “Withholding Statement” verlangt.

Einmal im Jahr müssen Änderungen an der Gesellschaftsstuktur oder bei den Verfügungsberechtigten geprüft und dem Broker gemeldet werden. Dies ist lästig, aber leider verpflichtend.

Was es steuerlich zu beachten gibt, hängt entscheidend von der Rechtsform des Unternehmens ab. Das Vermögen ist nämlich kein Privatvermögen, sondern Firmenvermögen. Die Besteuerung erfolgt somit auf Grundlage der Vorgaben für die Firma bzw. deren Rechtsform. Darüber hinaus sind Ordergebühren Mehrwertsteuer-befreit. Wer ein Firmendepot eröffnen will, sollte sich somit vor Eröffnung an seinen Steuerberater wenden.

Brokerexperte.de
Wir haben viele der hier genannten Broker mit Echtgeld-Depots im Detail getestet. Wir haben uns Preisverzeichnisse und die einzelnen Handelsmöglichkeiten für Aktien, ETFs, Sparpläne, Derivate und Futures genau angeschaut.

Hier geht es zu unseren Erfahrungsberichten:

Handelsplätze Vergleich

Depotarten

Scroll to Top