Bester Broker für Firmendepots


In Zeiten von anhaltenden Niedrig- oder sogar Minuszinsen kann es auch für Firmen interessant sein, für ihr Betriebsvermögen ein Wertpapierdepot zu eröffnen. Eins vorweg: Kein Anbieter bietet eine komplette Online-Eröffnung an und das Angebot an Online-Brokern, die die Möglichkeit von Firmendepots anbieten, ist extrem dünn geworden.

Doch welcher Broker bietet eigentlich ein Firmendepot an? Gibt es sonst noch Fallstricke, die beachtet werden müssen? Wir haben uns die Anbieter von Firmendepots näher für Sie angesehen.

 
Firmendepot im Angebot
Besonderheiten
Depotkosten
Orderkosten
 
FXFlat

Ja
TWS-Konto: Firmen-Depoteröffnung komplett online
MetaTrader-Konto: Firmen-Depoteröffnung "halb-online"
Keine
Ab 3,90€Weitere Informationen
LYNX Broker

Ja
TWS-Konto: Firmen-Depoteröffnung komplett online, GmbH, UG und AG
Mindest-einzahlung: 20.000€
Firmensitz: Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein
Keine
Ab 5,80€Weitere Informationen
Flatex

Ja
Keine Online-Eröffnung,
GmbH, AG und KG
0,1% p.a. vom Depotvolumen (inkl. MwSt.)
Ab 7,90€Weitere Informationen
Postbank

Ja
Keine Online-Eröffnung,
alle Rechtsformen
Keine
Ab 9,95€Weitere Informationen
Sparkasse

Ja
Keine Online-Eröffnung,
alle Rechtsformen
ab 5,95€ pro Quartal in Abhängigkeit vom Depotvolumen (inkl. MwSt.)
Ab 14€ je nach SparkasseWeitere Informationen

Vergleich Firmendepots: Worauf es ankommt

Warum bieten so wenige Broker Firmendepots an?

Nur wenige Broker bieten Firmendepots an. Mit Einführung des automatischen Informationsaustausches zwischen Deutschland und den USA (FATCA) in 2012 entschieden die ersten Banken und Broker, keine Firmendepots mehr zu eröffnen. Das endgültige Aus bis hin zu aktiven Kündigungen von Firmendepots kam dann mit Einführung der Finanzmarkt Richtlinie MIFID 2 zum Jahreswechsel 2018.

Ein Grund dürfte sein, dass die Depoteröffnung vergleichsweise komplex ist und bspw. jährlich alle (!) Verfügungsberechtigte neu überprüft werden müssen. Insofern ist es eigentlich nicht möglich, ein Firmendepot zu den gleichen Konditionen wie ein Privatdepot zu führen.

So konnten bspw. früher Firmendepots bei der Consorsbank oder der onvista bank eröffnen werden. Die Consorsbank gewährt nur noch Bestandsschutz für bereits eröffnete Firmendepots, die onvista bank hat dies ebenfalls stark eingeschränkt und inaktive Firmendepots gekündigt. Neue Firmendepots eröffnen beide nicht mehr.

Wo können Firmen heute ein Depot eröffnen?

Ein führender Anbieter ist der US-Broker Interactive Brokers, der mit europäischen White-Label Anbietern FXFlat sowie Lynx Broker in Deutschland vertreten ist.

FXFlat
FXFlat hat seinen Sitz in Deutschland (Ratingen). Angeboten werden 2 unterschiedliche Accounts. Zum einen der TWS-Account, der genau wie bei LYNX als White-Label-Lösung von Interactive Brokers geführt wird. Hier liegt die Depotführung in Irland. Den Support erbringt FXFlat aus Ratingen.

Bei FXFlat kann außerdem auch ein MetaTrader-Account eröffnet werden. Der MetaTrader-Account wird direkt bei FXFlat in Deutschland geführt. Es gilt also deutsches Recht. Allerdings können im MetaTrader-Account nur Differenzkontrakte, Währungen und Futures gehandelt werden.

Die Depoteröffnung für Firmenkunden wird für beide Account-Typen komplett online abgedeckt, so dass FXFlat unser Favorit ist. Hier geht es zu unserem FXFlat Erfahrungsbericht

LYNX
LYNX Broker hat seinen steuerrechtlichen Sitz im Ausland (Sitz: Niederlande / Depotführung: Irland). LYNX bietet für Kapitalgesellschaften eine Eröffnungsmöglichkeit, auch die Konditionen (kostenfreie Depotführung und günstige Ordergebühren) sowie das TWS-Handelsfrontend können sich sehen lassen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Lynx Erfahrungsbericht.

Flatex
Flatex ist als bekannter deutscher Anbieter ebenfalls zu empfehlen, allerdings berechnet Flatex eine Depotgebühr von 0,1% p.a. vom Depotvolumen. Die Ordergebühren sind auch bei Flatex bekanntermaßen günstig. Auch hier finden Sie die Details in unserem Flatex Erfahrungsbericht.

Sparkassen, Volksbanken
Firmendepots können auch bei jeder lokalen Sparkasse oder Volksbank eröffnet werden, allerdings mit dem Nachteil höherer Orderkosten und Depotgebühren. Dafür gibt es in der Regel keine Einschränkung bei den Rechtsformen.

Postbank
Auch bei der Postbank können Firmenkunden ein Depot eröffnen. Alle Rechtsformen sind dort möglich und es gibt eine Beratungsmöglichkeit in der Filiale. Außerdem sind auch telefonische Orders möglich. Dafür ist das Depot grundsätzlich teurer als bei den oben genannten Brokern. Hier geht es zu unserem Postbank-Erfahrungsbericht.

Auch der Smartbroker ist ursprünglich angetreten, Firmendepots zu eröffnen, allerdings wurde dies bis heute nicht umgesetzt (siehe aktuelles Interview mit Vorstand Thomas Soltau). Wir denken, dass sich dies aber perspektivisch ändern könnte und der Smartbroker dieses Thema in 2022 angehen dürfte.

Konditionen und Service sind bei FXFlat erstklassig. Ebenfalls gut ist Flatex, auch wenn hier Depotgebühren in Höhe von 0,1% p.a. vom Depotvolumen in Rechnung gestellt werden.

Was gibt es zu beachten ?

Steuer

Im Vergleich zu privat geführten Depots haben Firmendepots deutliche Steuervorteile: Das Depot-Vermögen ist hier kein Privatvermögen, sondern Firmenvermögen und die Besteuerung erfolgt somit auf Grundlage der Vorgaben für die Rechtsform des Unternehmens.

Während bei privat geführten Depots Gewinne im Rahmen der Abgeltungssteuer mit 25% zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer versteuert werden müssen, ist die Steuerlast bei Firmendepots deutlich niedriger. Hinzu kommt eine für Privatanleger ungünstige Neuregelung im Bereich von Termingeschäften (Differenzkontrakte, Futures, Optionen). Seit 2022 dürfen Verluste aus Termingeschäften nur noch mit Gewinnen von kumuliert maximal 20.000€ innerhalb eines Kalenderjahres verrechnet werden. Diese Regelung ist insbesondere für Privatanleger nachteilig, die Ihre Depotpositionen regelmäßig mit Differenzkontrakten absichern.

Darüber hinaus sind die Ordergebühren bei Firmendepots von der Mehrwertsteuer-befreit. Grundsätzlich gilt, wer ein Firmendepot eröffnen will, sollte sich vor Eröffnung an seinen Steuerberater wenden. Was es steuerlich zu beachten gibt, hängt entscheidend von der Rechtsform des Unternehmens ab.

Eröffnung

Nur bei sehr wenigen Brokern bzw. Banken ist die Eröffnung eines Firmendepots online möglich. Aus unserem Vergleich ist dies nur bei FXFlat und LYNX online möglich. Bei den anderen Brokern/Banken sollte vor Eröffnung Kontakt zum Kundenservice aufgenommen und erfragt werden, welche Informationen bzw. Unterlagen im Rahmen der Eröffnung eingereicht werden müssen.

In jedem Fall wird eine LEI-Nummer (Legal Entity Identifier) benötigt, damit die Orders im Rahmen des börslichen Transaktionsreportings entsprechend den regulatorischen Vorgaben gemeldet werden können.

Um in den Genuss des reduzierten US-Quellensteuersatzes bei US-Erträgen zu kommen, muss eine so genannte LOB-Erklärung (“Limitation on Benefits Clause”) eingereicht werden und je nach Rechtsform die Formulare W-8BEN-E ( bzw. W-8IMY). Bei Personengesellschaften wird oftmals auch ein “Withholding Statement” verlangt.

Einmal im Jahr müssen Änderungen an der Gesellschaftsstruktur oder bei den Verfügungsberechtigten geprüft und dem Broker gemeldet werden. Dies ist lästig, aber leider verpflichtend.

Trading GmbH

Privatanleger, die die steuerlichen Vorteile eines Unternehmens nutzen möchten, können prüfen, ob die Gründung einer Trading-GmbH für ihren Anwendungsfall Sinn ergibt. Sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat der Anbieter FXFlat, der über eine Kooperation mit dem Fintech Ride Capital die Einrichtung von Trading-GmbHs anbietet. Dabei nimmt das Fintech Fintech Ride Capital dem Gründer jeglichen Papierkram bei Gründung und Steuer ab.

Brokerexperte.de
Wir haben viele der hier genannten Broker mit Echtgeld-Depots im Detail getestet. Wir haben uns Preisverzeichnisse und die einzelnen Handelsmöglichkeiten für Aktien, ETFs, Sparpläne, Derivate und Futures genau angeschaut.

Hier geht es zu unseren Erfahrungsberichten:

Handelsplätze Vergleich

Depotarten

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