Bester Robo-Advisor


Wer seine Geldanlage nicht selber durchführen will, für den könnte auch ein so genannter “Robo-Advisor” etwas sein. Bei einem Robo-Advisor handelt es sich um eine digitale Vermögensverwaltung, bei der auch kleinere Anlagebeträge automatisiert gemäß der eigenen Risikoneigung angelegt wird. Diese Anlageform wurde in den USA durch die Startups Betterment (2008 gegründet), Wealthfront (2008) und Personal Capital (2009) geboren, in Deutschland gehörten quirion (2014), Growney (2016) und Scalable Capital (2016) zu den Pionieren. Inzwischen gibt es mehr als 30 Robo-Advisor in Deutschland, die um die Gunst der Kunden kämpfen. Alternativ gibt es inzwischen auch so genannte Multi-Asset-ETFs, die aus einem je nach Risikoneigung diversivizierten Portfolio aus Aktien und Anleihen bestehen – für eine Gesamtkostenquote von nur 0,25%. Das ist mehr als eine Kampfansage!

Doch welcher Robo-Advisor bietet eigentlich das beste Preis- und Leistungsangebot? Was gibt es zu beachten ? Wir haben uns ausgewählte Robo-Advisor näher für Sie angesehen, eine Erweiterung um weitere Anbieter ist geplant.

 
Mindestanlage
Sparplan
Kosten p.a.
Besonderheiten
 

Multi-Asset ETFs
ab 1 Stück
Ja,
je nach Anbieter
ab 0,25% p.a.
+ ETF-Kosten
Neues Segment der ETF-Emittenten (wie z.B. Vanguard)» Broker Vergleich
growney
500€
ab 25€
0,68% p.a. (unter 50.000€),
0,35% p.a. (ab 50.000 €)
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs
- 10 Anlage-
strategien
- auch Nachhaltig-
keitsstrategie
- Auszahlplan möglich
Die ersten 3 Monate kostenfrei anlegen



» zu growney
Deutsche Bank - Robin
500€
ab 1€
0,75% p.a.
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs und Liquidität
- 16 Anlage-
strategien



» zu Robin
Whitebox
5.000€
ab 5€
0,93% p.a. (unter 30.000€) bis
0,34% p.a. (ab 500.000€)
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs, ETCs und Liquidität
- 13 Anlage-
strategien
- Auszahlplan möglich





» zu Whitebox
Cominvest (comdirect)

3.000€
ab 100€
0,95% p.a.
+ ETF/Fonds-Kosten
- Produkt-
universum aus 40.000 Produkten
- Auch klassische Fonds in Strategie
- 5 Anlage-
strategien
ab 10.000€ für ein halbes Jahr kostenfrei anlegen



» zu cominvest
quirion - Comfort
5.000€
ab 30€
0,68% p.a.
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs
- 3 Anlage-
strategien
- auch Nachhaltig-
keitsstrategie
10.000€ für ein Jahr kostenfrei anlegen (im Regular-Paket)
» zu quirion
Ginmon
Keine
ab 50€
0,75% p.a.
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs / Indexfonds
- 10 klassiche und 10 nachhaltige Anlage-
strategie



» zu Ginmon
Scalable Capital
10.000€
ab 50€
0,75% p.a.
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs und Liquidität
- 34 Anlage-
strategien
- Auszahlplan möglich




» zu Scalable Capital
Fintego
2.500€
ab 50€
0,90% p.a. (unter 10.000€) bis
0,30% p.a. (ab 1 Mio. €)
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs
- 5 Anlage-
strategien
- Auszahlplan möglich



» zu Fintego
Oskar
1.000€
ab 25€
1% p.a. (unter 10.000€),
0,80% p.a. (ab 10.000 €)
+ ETF-Kosten
- Anlage in ETFs und ETCs
- 5 Anlage-
strategien
- Auszahlplan möglich



» zu Oskar

Vergleich Robo-Advisor: Worauf es ankommt

Wir haben uns die aktuellen Robo-Advisor angesehen und diese auch gegen die neuen Multi-Asset ETFs verglichen.

Grundsätzlich basieren die verwendeten Anlagestrategien der in Deutschland aktiven Robo-Advisors auf drei verschiedenen Portfolio- bzw. Risikomanagement-Ansätzen. Diese werden oftmals auch von klassischen Vermögensverwaltern im Rahmen der Anlageberatung verwendet und basieren auf modernen Kapitalmarkttheorien und quantitativen Risikomanagementverfahren.

Einige Robo-Advisor verwenden eine Strategie, die sich vorwiegend auf die Begrenzung der möglichen Downside-Risiken für das Portfolio und nicht auf die Optimierung möglicher Renditepotentiale konzentrieren. Das verwendete Risikomaß hierfür ist überwiegend die Kennzahl “Value-at-Risk (VaR)”, der das Verlustvolumen angibt, das mit einer prozentualen Wahrscheinlichkeit in einem definierten Anlagezeitraum nicht überschritten werden sollte. Nachteil dieses Trendfolgemodells ist, das oftmals deutlich zu spät in fallenden Märkten aus der Anlage ausgestiegen wird. Bekanntester Anbieter, der das VaR-Modell nutzt, ist Scalable Capital, das aufgrund dieses system-immanenten Modellfehlers im ersten Corona-Lockdown empfindliche Rendite-Verluste hinnehmen musste, die nur schwer wieder aufzuholen sind.

Weitere Anlageansätze basieren auf dem so gennanten Fama-French-Dreifaktorenmodell. Dieses Modell hat das Capital Asset Pricing Model, das die Rendite eines Wertpapiers anhand der allgemeinen Marktrendite erklärt, um zwei weitere Faktoren erweitert: die Marktkapitalisierung und das Verhältnis vom Buch- zum Marktwert.

Letztendlich wird den meisten Anlegern das zugrunde liegende Modell egal sein, sofern die Rendite nach Kosten stimmt. Darüber hinaus sollte der Robo-Advisor ein automatisches, periodisches Rebalancing anbieten, damit das Portfolio fortlaufend an das aktuelle Marktgeschehen angepasst wird.

Produktauswahl

Die meisten Robo-Advisor legen das eingezahlte Geld ausschließlich in ETFs an, um die Produktkosten möglichst niedrig zu halten. In einigen Fällen werden auch ETCs verwendet, um Rohstoffe, wie z.B. Gold, optimal beizumischen. Einen in unseren Augen sehr guten Ansatz wählt die comdirect, da hier der hauseigene Robo “cominvest” aus 40.000 verschiedenen Wertpapieren, bestehend aus klassischen Investmentfonds, ETFs, ETCs und Geldmarktprodukten auswählen kann. Auf diese Weise lassen sich Strategien sehr granular umsetzen.

Kosten

Grundsätzlich sind die Kosten der Geldanlage zu beachten, allerdings immer unter dem Blickwinkel der Rendite nach Kosten.

Kosten des Robo-Advisors
Die vorgestellten Robo-Advisor erheben für ihre Dienste eine Gebühr, die zwischen 0,68% p.a. und 1,00% p.a. des angelegten Volumens liegt. Die Gebühr wird in der Regel monatlich erhoben. Allen Robo-Anbietern ist gemein, dass über eine All-in Fee sämtliche Kosten abgedeckt sind. Dies bedeutet, dass die Transaktionskosten, die im Rahmen der Anlage und des Re-Balancing anfallen, bereits inkludiert sind.

Kosten der eingesetzten Wertpapiere
Da die Strategien weitestgehend über ETFs/ETCs/Fonds umgesetzt werden, gibt es hier noch einen weiteren Kostenfaktor, der von den Emittenten der Wertpapiere erhoben wird. Diese Kosten werden üblicherweise mit Total Expense Ration (TER) bezeichnet und soll Kosten abdecken, die dem Emittenten durch den ETF entstehen (zzgl. einer Marge für den Emittenten). Diese Kosten werden dem Anleger aber nicht direkt in Rechnung gestellt, sondern sie sind bereits im Kurs des ETF eingepreist. Bei einem ETF auf z.b. den MSCI World beträgt die jährliche Gesamtkostenquote (TER) je nach Emittent zwischen 0,12% bis 0,50% p.a. Diese Kosten stecken in jedem ETF, unabhängig davon, ob ein Robo-Advisor zum Einsatz kommt oder der Anleger diese ETF selber erwirbt.

Anzahl Anlagestrategien

Grundsätzlich gilt, je mehr Anlagestrategien zur Auswahl sind, desto granularer kann die eigene Risikoneigung definiert werden. Dennoch halten wir 34 Anlagestrategien für viel zu viel, so dass fünf bis maximal zehn Anlagestrategien in unseren Augen völlig ausreichend sind.

Spar- und Auszahlplan

Eine Sparplan-Möglichkeit sollte der gewünschte Robo-Advisor in unseren Augen in jedem Fall anbieten, ein Auszahlplan ist eher “nice to have”.

Vor- und Nachteile der Anbieter im Detail

Multi-Assets-ETFs

In unseren Augen sind die Multi-Assets ETFs die kostengünstigste Alternative zu einem Robo-Advisor.

Bei Vanguard gibt es bspw. bei den LifeStratgie ETFs vier verschiedene Strategien, die in ca. 8.800 verschiedene Einzeltitel investieren. Dabei gibt es die ETFs einmal in der ausschüttenden und einmal in der thesaurierenden Variante, jeweils mit 20%, 40%. 60% oder 80%igen Aktienanteil, um damit das Risikoprofil des Anlegers abzubilden.

Regelmäßige Neugewichtungen (Rebalancing) innerhalb der Portfolios stellen sicher, dass das angestrebte Risikoprofil langfristig aufrecht erhalten wird. Bei den zugrundeliegenden Anleihen-ETFs werden Wechselkursrisiken zudem abgesichert, um Währungs-Schwankungen zu mindern. Die ETFs weisen mit 0,25% eine sehr niedrige Gesamtkosten-Quote auf und können bei jedem Online-Broker gehandelt werden (z.B. bei justTRADE komplett ohne Orderentgelt).

Auch andere ETF-Anbieter haben solche ETFs im Angebot, wie bspw. Lyxor (Portfolio Strategy) oder iShares (BlackRock ESG Multi-Asset). In unseren Augen in jedem Fall eine kostengünstige Alternative zu Robo-Advisors.

Growney

Growney ist einer der Pioniere im noch jungen Robo-Advisor-Markt und hat zusammen mit Robin (Deutsche Bank) mit 500€ die mit Abstand niedrigste Mindestanlage und ist mit Kosten von max. 0,68% + ETF-Kosten vergleichsweise günstig. Eine Spar- und Auszahlplanfunktionalität wird ebenfalls angeboten.

Die Anlagestrategie basiert ausschließlich auf ETFs. Mit Aktien-ETFs stellt Growney ein Weltportfolio zusammen, bei dem die Gewichtung der einzelnen Länder über deren wirtschaftliche Bedeutung in der weltweiten Wertschöpfung vorgenommen wird. Die Anleihefonds investieren in bonitätsstarke Unternehmens- und Staatsanleihen aus dem Euroraum zu growney

quirion

quirion bietet drei verschiedene Pakete: Während im Regular-Paket fixe global diversifizierte ETF-Portfolios angeboten werden, können Anleger beim Comfort-Paket aus drei verschiedenen Portfolio-Strategien auswählen. Das Premium-Paket bietet die zusätzliche Möglichkeit, sich in einer der dreizehn Niederlassungen der Bank, persönlich beraten zu lassen. Im Rahmen des Vergleichs haben wir das quiron Comfort-Paket ausgewählt, das eine Mindestanlage von 5.000€ voraussetzt und ebenfalls 0,68% + ETF-Kosten kostet. Sparpläne sind ab 30€ Sparrate möglich, ein Auszahlplan ist nicht im Angebot. Wird bei der Anlage direkt ein Sparplan mit abgeschlossen, entfällt die Mindestanlage. Hervorzuheben ist zudem, dass auch eine Nachhaltigkeitsstrategie ausgewählt werden kann. Die Anlage erfolgt nur in ETFs zu quirion

Deutsche Bank – Robin

Der Robo-Advisor Robin der Deutschen Bank setzt genau wie Growney lediglich eine Mindestanlagesumme von 500€ voraus, Sparpläne sind sogar bereits ab 1€ möglich. Auszahlpläne sind dagegen nicht möglich.

Die 16 Strategien investieren in die beiden Anlageklassen Aktien und Anleihen, zudem fließt ein Teil in den Rohstoffsektor. Es handelt sich aber ausschließlich um ETF-Produkte. Das Riskomanagement erfolgt auf Basis des Value at Risk (VaR). Das Rebalancing erfolgt dynamisch, indem täglich geprüft wird, ob das vorgegeben Risikolevel eingehalten wird. Unter Sicherheitsaspekten ist das durchaus empfehlenswert, doch leider wird bei dieser Strategie das Momentum bei Aufwärtsbewegungen nicht beachtet.
zu Robin

Ginmon

Ginmon hat die Mindestanlage komplett abgeschafft und kostet 0,75% p.a. + ETF-Kosten. Die Spar- und Auszahlplanmöglichkeit ist vorhanden. Die Anlagestrategie basiert auf den Erkenntnissen der Nobelpreisträger Prof. Markowitz und Prof. Fama. Dabei wird das Vermögen weltweit in verschiedene Unternehmen gestreut, um so die gesamte Weltwirtschaft abzubilden. Es wird jedoch nur in Aktien- und Anleihen-ETFs bzw. Indexfonds investiert. Das Rebalancing findet dynamisch statt, wenn das Portfolio um 10% vom Risikoprofil abweicht. Aktuell gibt es 10 klassische und 10 nachhaltige Anlagestrategien.
zu ginmon

Scalable Capital

Scalable Capital ist sicherlich einer der bekanntesten Robo-Advisor in Deutschland, da neben dem eigenen Angebot Scalable auch das Robo-Advisor Angebot der ING abwickelt. Die Mindestanlagesumme beträgt 10.000€, die Kosten betragen 0,75% + ETF-Kosten. Scalable Capital verwendet das Trendfolgemodell Value at Risk, mit den bereits oben genannten Nachteilen. Scalable Capital bietet insgesamt 34 verschiedene Anlagestrategien, die ausschließlich in ETFs investieren.

Weiterhin bietet Scalable Capital auch nachhhaltige ETF-Portfolios an (sog. ESG).
zu Scalable Capital

Fintego

Fintego ist der Robo-Advisor von ebase und ist seit 2014 der erste Robo-Advisor in Deutschland. Die Mindestanlage beträgt nur 2.500€, Spar- und Auszahlpläne sind ab 50€ möglich. Mit 0,90% p.a. + ETF-Kosten ist das Angebot jedoch vergleichsweise teuer, es stehen fünf Anlagestrategien zur Auswahl. Die Anlage erfolgt ausschließlich in ETFs. Ein Rebalancing erfolgt bei fintego automatisch, wenn einer der ausgewählten ETFs +/-15 % von der Soll-Gewichtung abweicht.
zu Fintego

Whitebox

Whitebox bietet zehn aktiv gemanagte Portfolios an, die Mindestanlage liegt bei 5.000€. Die Kosten der Vermögensverwaltung liegen zwischen 0,34% und 0,93% je nach Anlagebetrag zzgl. ETF-Kosten. Ein Sparplan ist bereits ab 5€ möglich, ein Auszahlplan ist ebenfalls im Angebot. Whitebox investiert in ETFs und ETCs. Das Re-Balacing erfolgt nicht zu festen Zeitpunkten, sondern flexibel immer dann, wenn Abweichungsgrenzen innerhalb der Risikostufe überschritten werden.
zu Whitebox

Comdirect

Der Robo-Advisor der comdirect heisst “cominvest” und bietet eine digitale Vermögensverwaltung bereits ab 3.000€. Sparplanfunktionalität ist ebenfalls vorhanden, ein Auszahlplan hingegen nicht.

cominvest nutzt als einziger Anbieter ein Produktuniversum aus 40.000 Wertpapieren und setzt dabei neben ETF und ETC auch klassische Investmentfonds ein. In unseren Augen spricht da auch nichts gegen, sofern die Rendite die höheren Kosten rechtfertigt. Mit 0,95% p.a. Kosten zzgl. den ETF- / Fondskosten gehört cominvest zu den teuersten Anbietern im Vergleich.

Insbesondere in der Anfangszeit war die Depot-Performance von cominvest noch deutlich negativ. In 2018 wurde dann der Anlage- und Auswahlprozess radikal überarbeitet. Seitdem hat sich die Performance deutlich verbessert. Insgesamt stehen fünf Anlagestrategien zur Auswahl, die sich durch die maximal zulässigen Schwankungsbreiten unterscheiden.

Im Unterschied zu den anderen Robo-Anbietern erfolgt das Re-Balancing nicht automatisch, wenn Abweichungen zum Risikoprofil bemerkt werden, sondern jeweils zu fixen Zeitpunkten (alle 16 Wochen)
zu comdirect/cominvest

Oskar

Oskar ist der Robo-Advisor der Finanzen.net Gründer Jens Ohr und Peter Schille. Die technische Abwicklung erfolgt bei Scalable Capital. Oskar hat das Ziel, insbesondere Sparpläne für Kinder bzw. Enkelkinder anzubieten, so dass die Mindestanlage auch nur 1.000€ beträgt, Sparpläne sind ab 25€ möglich. Oskar investiert ausschließlich in ETFs und ETCs.

Oskar bietet fünf strategische Anlagemodelle, Oskar 50 – 90. Die Zahl im Produktnamen entspricht der jeweiligen Aktienquote 50%, 60%, 70%, 80% oder 90%. Mit maximalen Kosten von 1% p.a. zzgl. den ETF-Kosten und ist damit der teuerste Anbieter.
zu Oskar

Brokerexperte.de
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