Eintragung von Namensaktien – ist das sinnvoll?

Der überwiegende Teil der in Deutschland gehandelten Aktien sind Inhaberaktien. Dabei hält der Aktionär die Aktien einer Unternehmung anonym, d.h. die Aktiengesellschaft kennt ihre Aktionäre nicht. International gesehen ist die Namensaktie hingegen der Standardfall, so bspw. in den USA oder Großbritannien. Namensaktien haben somit für die Aktiengesellschaft den Vorteil, dass für die AG eine deutliche Transparenz über die Aktionärsstruktur besteht, da jeder Aktionär mit Namen, Anschrift, Nationalität und Anzahl der gehaltenen Aktien in das so genannte Aktionärsregister eingetragen wird. Vorteil für den Anleger: Die Aktiengesellschaft kennt den Kunden und kann ihn mit relevanten Informationen, wie bspw. die Einladung zur Hauptversammlung, informieren. Geregelt wird diese Thematik im §67 des Aktiengesetzes (AktG).

Geführt wird das elektronische Aktienregister für deutsche Namensaktien von der Deutsche Börse Tochter Clearstream Banking AG mittels dem System Cascade-RS. Somit melden alle Depotbanken in Deutschland täglich die entsprechenden Handelsdaten an Clearstream, damit die entsprechenden Ein- und Austragungen vorgenommen werden können. Diese Dienstleistung bei Clearstream kostet eine Gebühr und wird in der Regel von den Banken / Brokern den Kunden in Form von „fremden Spesen“ in Rechnung gestellt.

Wer eine buy-and-hold-Strategie verfolgt und auch auf Hauptversammlungen gehen möchte, für den muss diese Frage bzgl. der Sinnhaftigkeit einer Eintragung von Namensaktien somit mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden.

Für alle anderen Kunden stellt sich jedoch die Frage bzgl. einer Eintragung schon, da mit jeder Order die anfallende Eintragungsgebühr gespart werden kann. Der §67 erlaubt im Abschnitt 4 explizit einen Widerspruch zur Eintragung: „Wird der Inhaber von Namensaktien nicht in das Aktienregister eingetragen, so ist das depotführende Institut auf Verlangen der Gesellschaft verpflichtet, sich gegen Erstattung der notwendigen Kosten durch die Gesellschaft an dessen Stelle gesondert in das Aktienregister eintragen zu lassen.“

Wichtiger Hinweis: Ohne Eintragung haben Sie keine Stimmrechte bei der Hauptversammlung. Insofern sollten Sie sich genau überlegen, welche Option für Sie in Frage kommt.

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