Smartbroker-Interview: Blick auf 2021

Die Broker-Neugründung Smartbroker feiert seinen ersten Geburtstag und ist nun 1 Jahr am Markt. Dem Vorstand Thomas Soltau wurden zu dem Anlass einige Fragen gestellt. Für Kunden des Brokers ist hier insbesondere spannend, welche Features er für 2021 in der Pipeline hat.

Ein Jahr Smartbroker: Was wurde erreicht?

Thomas Soltau: Eine ganze Menge! Es ist uns gelungen, mehr als 70.000 Depots zu eröffnen – und das Jahr ist noch nicht vorbei. Als wir mit dem Smartbroker an den Start gegangen sind, hatten wir für das erste Jahr mit ca. 20.000 Konten gerechnet. Wir verwalten allein mit dem Smartbroker bereits Investitionen in Höhe von mehr als 1,9 Milliarden Euro, mit allen Marken sogar über 4 Milliarden Euro. Das zeigt, wie aktiv die Kunden den Smartbroker nutzen. Und es zeigt, dass wir viele ambitionierte Anleger ansprechen, die auch mit höheren Beträgen handeln. Außerdem konnten wir zahlreiche Auszeichnungen gewinnen, erst kürzlich hat uns die Zeitschrift „Finanztest“ in allen Musterdepots zum günstigsten Broker erklärt. Ich bin deshalb sehr stolz auf unser Produkt und das Berliner Team. Gerade während der ersten Corona-Hochphase im Frühjahr haben alle 130 Prozent gegen. Wir wurden ja von der enormen Nachfrage überrascht. Inzwischen haben wir das Team aber massiv aufgestockt und ein komplett neues Büro eingerichtet. Wir sind also für die nächste Etappe gewappnet.

In Vergleichen ist Smartbroker für viele Handelsplätze Preisführer. Wie sieht die weitere Planung in Bezug auf Produkte / Strategie / Handelsplattform usw. aus? Was können wir für 2021 erwarten?

Thomas Soltau: Unser zentrales Versprechen lautet: Trading so günstig wie möglich. In diesem Jahr haben wir bereits in zwei Fällen die Preise gesenkt, obwohl die Nachfrage ohnehin schon enorm war und natürlich werden wir uns auch im kommenden Jahr für geringere Gebühren einsetzen. Gleichzeitig wollen wir das Angebot ausbauen, zum Beispiel durch neue Partnerschaften im ETF-Bereich. Durch die positive Resonanz der Fachmedien und das starke Kundenwachstum haben wir uns in kürzester Zeit eine gewisse Marktposition erarbeitet. Wir können mittlerweile mit Börsenplätzen ganz anders verhandeln und tun das auch. Aber natürlich werden wir nicht nur konditionsseitig agieren, sondern auch das Produkterlebnis verbessern – etwa durch die Einführung einer App oder der Umgestaltung der Handelsplattform.

Vor einiger Zeit haben Sie die Depot-Kunden von der Volkswagen Bank übernommen. Ist die Migration schon erfolgt? Was ändert sich für die Kunden?
Thomas Soltau: Die Migration ist noch nicht abgeschlossen, doch schon jetzt zeigt sich, dass ein großer Teil der Kunden zu uns gewechselt ist und wir erhebliche Zuwächse beim Volumen sehen. Dies ist u.a. auch ein Grund, warum wir im laufenden Quartal gleich zwei Rekorde verzeichnen konnten: Anfang November haben wir 3 Milliarden AuM überschritten, Anfang Dezember nun die vierte Milliarde. Für den wechselnden Kunden ändert sich nicht viel, aber wohl das Wichtigste: die Konditionen werden günstiger. Circa 18.000 Investmentfonds sind künftig mit 100 Rabatt auf das Agio zu erhalten, außerdem können mehr als 1700 Wertpapiere als Sparplan angelegt werden. Davon sind aktuell rund 1200 sogar komplett kostenfrei, und die Depotgebühren entfallen bedingungslos.

Wie wird das Smartbroker-Depot von Firmenkunden angenommen? Hier gibt es im Markt ja bisher kaum Wettbewerber.
Thomas Soltau: Ehrlich gesagt haben wir das Angebot derzeit ausgesetzt. Wir sehen eine hohe Nachfrage und ein hohes Interesse an diesem Produkt, doch wir sind in den vergangenen Monaten rasant gewachsen, weshalb wir bestimmte Projekte priorisieren müssen. Wer sich für ein Firmendepot interessiert, kann jedoch auf unsere anderen Marken zurückgreifen. Beispielsweise ist eine Depoteröffnung über FondsDISCOUNT.de zu ebenfalls sehr günstigen Konditionen möglich. Sobald wir das Projekt mit dem Smartbroker umsetzen, melden wir uns aber natürlich bei den Kunden. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei Kinder- und Juniordepots.

Sie bieten darüber hinaus auch Kunden mit US-Hintergrund die Möglichkeit, ein Depot zu eröffnen. Das ist ebenfalls einzigartig im deutschen Markt. Wird das Angebot genutzt?
Thomas Soltau: Viele Kunden freuen sich über das Angebot. Wir möchten ein Produkt für „jedermann“ zur Verfügung stellen und den Marktzutritt so einfach und günstig wie nur denkbar gestalten. Der einzige Unterschied zur regulären Depotanmeldung ist die zwingende Einreichung der Dokumente in Papierform. Das entsprechende Formular kann bei uns angefragt werden. Zu unseren Kunden gehören übrigens auch ausländische Anleger, die ihren Wohnsitz nicht in ihrem Heimatland haben. So kann beispielsweise ein Spanier, der deutsch spricht und aus irgendeinem Grund in Italien lebt, problemlos ein Smartbroker-Depot eröffnen. Der Zugang zu Wertpapieren sollte aus meiner Sicht nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Unser Ziel ist es ja, mehr Menschen an die Börsen zu bringen. Mit Blick auf die Kunden mit US-Hintergrund ist lediglich zu beachten, dass die steuerliche Ansässigkeit nicht in den Vereinigten Staaten liegen darf.

Wie entwickelt sich der Markt für Wertpapierdienstleistungen und welchen Einfluss haben die Neobroker?
Thomas Soltau: Praktisch alle Online-Broker vermelden in diesem Jahr enorme Zuwächse. Das hat sicherlich auch mit Corona und dem daraus folgenden Lockdown zu tun. Unsere Kundenbetreuer hören in Gesprächen immer wieder, dass viele Kunden zum Smartbroker gewechselt sind, weil sie sich intensiv mit ihren Ausgaben befasst haben – im Frühjahr hatte man ja vergleichsweise viel Zeit. Und dabei ist vielen Sparern klar geworden, dass sie bei ihrer Hausbank viel zu hohe Gebühren zahlen. Neobrokern wie uns ist es zu verdanken, dass finanzielle Hürden immer weiter abgebaut werden. Teilweise werden überhaupt keine Gebühr mehr pro Order verlangt. Wir haben diese Kosten beim Handelsplatz Gettex ebenfalls gestrichen und bei Lang & Schwarz auf einen Euro reduziert. Das macht Trading gerade für Börseneinsteiger oder Leute mit kleinem Geldbeutel attraktiv. Außerdem beobachten wir einen Imagewechsel: Der Börsenhandel wird zum Glück nicht mehr so negativ betrachtet wie noch vor einiger Zeit – und dass, obwohl uns einzelne Spitzenpolitiker unsinnigerweise regelmäßig Steine in den Weg legen. Ein weiterer Motor sind sicherlich die technischen Entwicklungen. Ich denke da an Smartphones und Tablets. Mit zwei oder drei Klicks kann ich praktisch von überall innerhalb weniger Sekunden eine Aktie kaufen oder verkaufen. Außerdem scheint sich bei immer mehr Menschen die Erkenntnis durchzusetzen, dass ein Investment in Wertpapiere alternativlos ist. Fast wöchentlich lese ich von irgendeiner Bank, die Negativzinsen einführt. Wer für sein Geld nicht bezahlen möchte, kommt deshalb an Wertpapieren nicht vorbei.
Vielen Dank für diese Informationen!

Das Interview ist bei broker-portal24.de erschienen

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